Iran-Krieg lÀsst Spritpreise immer weiter steigen
02.03.2026 - 16:53:27 | dpa.de(neu: Wirtschaftsverband Fuels und Energie im 5. Absatz)
MĂNCHEN (dpa-AFX) - Der Iran-Krieg macht Sprit und Heizöl teurer. Am Montag stiegen die Preise an den Tankstellen krĂ€ftig, nachdem sie bereits ĂŒbers Wochenende leicht zugelegt hatten, wie der ADAC mitteilt. Am Nachmittag war Superbenzin der Sorte E10 um 7,3 Cent teurer als zum gleichen Zeitpunkt am Freitag, dem letzten Tag vor der Eskalation. Bei Diesel waren es sogar 8,1 Cent.
Schon am Sonntag hatten die Kraftstoffe im bundesweiten Tagesdurchschnitt die höchsten Werte seit dem FrĂŒhjahr 2024 erreicht. Ăbers Wochenende war der Anstieg aber mit 1,6 Cent bei E10 und 1,3 Cent bei Diesel noch zurĂŒckhaltend ausgefallen. Am Montag nahm er dann allerdings immer mehr Fahrt auf. Bei Diesel könnte dadurch der höchste Tagesdurchschnittspreis seit 2023 erreicht werden.
Es könnte weiter nach oben gehen
Und es könnte noch weiter nach oben gehen: "Sollte der Ălpreis nicht bald wieder nachgeben, kann der AufwĂ€rtstrend auch ĂŒber die nĂ€chsten Tage anhalten", sagt Laberer. Mittelfristig gebe es aber - sofern sich die Lage am Golf wieder beruhigen sollte - Hoffnung auf gemĂ€Ăigtere Preise, da die Opec+ angekĂŒndigt hat, die Fördermengen zu erhöhen. Schnelle Besserung ist aber nicht in Sicht: "WĂ€hrend steigende Ălpreise meist sehr schnell an den ZapfsĂ€ulen ankommen, dauert es bei sinkenden Preisen oft lĂ€nger", sagt der Experte. Experten sprechen hier auch vom Rakete-und-Feder-Effekt.
Kritik am schnellen Anstieg kam auch aus der SPD: "Was wir an vielen TanksĂ€ulen in unserem Land erleben, ist schlicht und ergreifend Abzocke!", sagte der Sprecher der realpolitisch orientierten SPD-Seeheimer, Esra Limbacher. Benzin und Diesel, die jetzt verkauft wĂŒrden, seien ĂŒberwiegend zu deutlich niedrigeren Rohölpreisen eingekauft worden." Es sei "inakzeptabel, wenn geopolitische Unsicherheiten als Vorwand fĂŒr ĂŒberzogene Margen genutzt werden." Wer steigende Weltmarktpreise sofort weitergebe, mĂŒsse das auch mit sinkenden Preisen tun.
Der fĂŒr die Raffinerien und Markentankstellen zustĂ€ndige Wirtschaftsverband Fuels und Energie betonte, "auch in der aktuellen Situation herrscht harter Preiswettbewerb an den deutschen Tankstellen". Die weitere Preisentwicklung hĂ€nge vor allem vom Fortgang der geopolitischen Ereignisse ab. Die MĂ€rkte in Deutschland fĂŒr Benzin, Diesel und weitere Produkte wie Heizöl und Flugkraftstoff seien weiter intakt: "Die Versorgung Deutschlands ist gesichert, da wir Rohöl aus rund 30 LĂ€ndern beziehen. HauptlieferlĂ€nder sind Norwegen, die USA, Libyen, Kasachstan und GroĂbritannien."
Heizölpreis steigt schneller
Beim Heizöl ist der aktuelle Ausschlag deutlich stÀrker. Das Internetportal Heizoel24 gab den Preis am Montagvormittag zwischenzeitlich mit mehr 120 Euro pro 100 Litern an, spÀter sank dieser Wert auf rund 118 Euro. Noch am Freitag hatten die Preise aber deutlich unter 100 Euro gelegen. Parallel zum Anstieg verzeichnete die Seite eine hohe Nachfrage.
Dass der Anstieg beim Sprit im VerhĂ€ltnis geringer ausfiel, könnte laut Laberer auch daran gelegen habe, dass insbesondere Diesel in den letzten Wochen seiner Ansicht nach im Vergleich zum Ălpreis zu teuer war. "Dadurch fiel die aktuelle Erhöhung vielleicht etwas geringer aus."
Wer aktuell beim Tanken sparen will, dem rĂ€t Laberer weiterhin zu den Abendstunden - dann ist Sprit in der Regel gĂŒnstiger als am Morgen. Zudem lohne es sich jetzt erst recht, zu vergleichen, betont er. "Gerade in volatilen Zeiten können die Preisunterschiede zwischen einzelnen Tankstellen besonders hoch ausfallen."
Es kommt aufs Rohöl an
Der Ălpreis ist - in Kombination mit dem Dollarkurs - typischerweise der wichtigste Treiber fĂŒr VerĂ€nderungen beim Sprit und Heizöl. Die Eskalation des Konflikts treibt den Ălpreis unter anderem auch deswegen, weil der Iran den Schiffsverkehr durch die StraĂe von Hormus eingeschrĂ€nkt hat. Rund ein FĂŒnftel der globalen Ăltransporte passiert tĂ€glich die Meerenge in der ölreichen Region am Persischen Golf. Jede Störung kann die Energiepreise steigen lassen und die internationalen MĂ€rkte verunsichern.
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