Befristungen, Koalition

Mit mehr Befristungen will die Koalition 'die Fessel lösen'

02.07.2026 - 09:50:50 | dpa.de

Mit erleichterten Job-Befristungen und Steuervorteilen für Abfindungen will die schwarz-rote Koalition den Arbeitsmarkt flexibler machen.

Sachgrundlose Befristungen sollen für bis Ende 2030 eingestellte Arbeitnehmer bis zu 48 Monate möglich werden und sechsmal verlängert werden dürfen, wie aus den in Berlin veröffentlichten Ergebnissen des Koalitionsausschusses hervorgeht. "Das ist doppelt so lange wie bisher", sagte Bundeskanzler Friedrich Merz bei der Vorstellung der Beschlüsse. Besonders für junge und expandierende Unternehmen sei dies "eine wichtige Möglichkeit".

"Wir sorgen für mehr Beweglichkeit unserer Unternehmen", sagte der Kanzler. "Wir haben mit der Reform des Arbeitsmarkts begonnen". An die Adresse der Unternehmen sagte Merz: "Wir beginnen, die Fesseln zu lösen." CSU-Chef Markus Söder sprach von einem "zentralen Element". "Diese Befristungen auszuweiten, wird ein zentrales Instrument sein, (...) neue Arbeitsplätze zu schaffen und auch alte zu halten." Aktuell dürfen Arbeitsstellen in der Regel zwei Jahre lang befristet werden, die Befristung darf dreimal verlängert werden.

Weniger Kündigungsschutz für Hochverdiener

Hochverdiener mit bis zu knapp 15.000 Euro im Monat sollen leichter gekündigt werden dürfen. Generell sollen Abfindungszahlungen steuerlich privilegiert werden, wenn zügig eine neue Arbeit aufgenommen wird. Rasche Wechsel von einem Job in den nächsten sollen so attraktiver werden.

Zudem sollen gesetzliche Obergrenzen für den steuerlich begünstigten Sonn- und Feiertagszuschlag erhöht werden. Weitergehende Jobmarkt-Flexibilisierungen sind in dem zwölfseitigen Ergebnispapier nicht vorgesehen. Im Vorfeld des Treffens war davon die Rede gewesen, die Union fordere etwa weitere Abstriche beim Kündigungsschutz. Auch die von der Koalition geplante Arbeitszeit-Reform findet sich nicht in den Ergebnissen.

Bas will Technologie-Führerschaft

Arbeitsministerin und SPD-Chefin Bärbel Bas legte den Schwerpunkt darauf, dass die Koalition auf dem Arbeitsmarkt stärker in Arbeitsplätze in Zukunftsbranchen investieren wolle. Deutschland wolle die Führerschaft bei modernen Technologien zurückgewinnen. Beschäftigte sollten durch "Arbeitsmarktdrehscheiben" leichter zu neuen Arbeitsplätzen wechseln können, sagte Bas.

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