Richterwahl, Ex-CDU-GeneralsekretÀr

Richterwahl: Ex-CDU-GeneralsekretĂ€r bemĂ€ngelt FraktionsfĂŒhrung

17.07.2025 - 15:56:42 | dts-nachrichtenagentur.de

Angesichts der gescheiterten Wahl von Richtern fĂŒr das Bundesverfassungsgericht hat der frĂŒhere CDU-GeneralsekretĂ€r Peter Tauber die FĂŒhrung der Unionsfraktion, Jens Spahn (CDU) und seine Stellvertreter Alexander Hoffmann (CSU), kritisiert.

Peter Tauber (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"In der Unionsfraktion gibt es Abgeordnete, die schon lange vor der öffentlichen Debatte gesagt haben, dass sie die Personalie Frauke Brosius-Gersdorf fĂŒr das Bundesverfassungsgericht nicht mittragen", sagte Tauber der "Frankfurter Rundschau" (Freitagausgabe). "Das hĂ€tte die FraktionsfĂŒhrung, wenn sie in die Fraktion reingehört hĂ€tte, auch schon eine Woche vorher wissen mĂŒssen. Sie hĂ€tte der SPD sagen mĂŒssen: Liebe Freunde, unsere Abgeordneten sind so selbstbewusst und autonom, dass die sich an dieser Stelle nicht in eine Fraktionsdisziplin zwingen lassen, und deswegen werden wir diese Personalie nicht mittragen können." Es gehe "im Grunde um eine Frage des politischen Handwerks", so Tauber.

Den Eindruck, dass rechte KanĂ€le entscheidend Einfluss genommen haben, wies er zurĂŒck. "Dieser Einfluss wird aus meiner Sicht völlig ĂŒberbewertet." Eine Auswertung der Denkfabrik "Polisphere" hatte gezeigt, dass schon frĂŒh reichweitenstarke Multiplikatoren aus dem ultrarechten Spektrum gegen Brosius-Gersdorf mobilisiert haben. Standen anfangs noch ihre Überlegungen zu einer Impfpflicht und zu Parteiverbotsverfahren im Zentrum, wurden spĂ€ter in deutlich stĂ€rkerem Ausmaß das Thema Abtreibung thematisiert. HĂ€ufig wurde dabei die EinschĂ€tzung der Richterin falsch dargestellt. Tauber hĂ€lt den Konflikt um die Richterwahl fĂŒr lösbar. Er glaube, dass eine Öffentlichkeit darauf gewartet habe, "dass da Streit ist, und das jetzt sehr stark wahrgenommen wird", sagte der ehemalige GeneralsekretĂ€r. "Deswegen ist es so wichtig, dass man handwerklich alles hundertprozentig macht."

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