Bildung, Gesellschaft

Union und SPD streiten ĂŒber BAföG-Reform

31.05.2026 - 14:25:32 | dts-nachrichtenagentur.de

Aussagen von Forschungsministerin Dorothee BĂ€r (CSU), wonach nicht mehr mit einer schnellen Reform der Ausbildungsförderung BAföG zu rechnen ist, haben beim Koalitionspartner SPD fĂŒr Irritationen gesorgt."Die Koalitionsfraktionen haben sich gemeinsam auf eine BAföG-Reform verstĂ€ndigt, die mehr FlexibilitĂ€t, den Abbau von BĂŒrokratie sowie eine Erhöhung der Wohnkostenpauschale und RegelsĂ€tze vorsieht", sagte die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Wiebke Esdar, am Sonntag.

Studenten in einer Bibliothek (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Studenten in einer Bibliothek (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
"Die VerstÀndigung ist auf Basis des Koalitionsvertrags erfolgt und besteht weiterhin." Gemeinsam mit Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) sei bereits eine Finanzierung sichergestellt worden.

Da die SPD-Fraktion geschlossen fĂŒr die Umsetzung der vereinbarten BAföG-Reform zum Wohle der FachkrĂ€fte von morgen stehe, seien die Äußerungen von BĂ€r "schlicht falsch und nicht zutreffend", so Esdar. "Ich rate der Union dringend, hier kein Chaos zu verursachen und sich an das zu halten, was nach intensiven und konstruktiven Verhandlungen gemeinsam vereinbart wurde." Eine einseitige AufkĂŒndigung der gemeinsam vereinbarten BAföG-Reform schade vor allem den NachwuchskrĂ€ften, dem Innovationsstandort Deutschland, den hiesigen Unternehmen sowie aber auch der Koalition und der demokratischen Kultur insgesamt.

BĂ€r hatte zuvor den Zeitungen der Funke-Mediengruppe gesagt, dass sie gehört habe, dass die Reform von den Regierungsfraktionen nicht mehr unterstĂŒtzt werde. Geplant war, dass die Reform zum Wintersemester 2026/27 in Kraft tritt. BĂ€r zeigte VerstĂ€ndnis fĂŒr einen möglichen Stopp. Wenn PflegebedĂŒrftige sparen sollten und beim Elterngeld KĂŒrzungen vorgenommen wĂŒrden, sei es nachvollziehbar, dass man nicht gleichzeitig an anderer Stelle große zusĂ€tzliche Leistungen verspreche, sagte sie.

BĂ€r beschrieb die Situation fĂŒr Studierende in Deutschland als sehr privilegiert. "Es gibt keine StudiengebĂŒhren, und der Staat ermöglicht vielen jungen Menschen ĂŒberhaupt erst ein Studium." Es sei auch "kein Drama, wenn Studierende neben dem Studium jobben - viele sammeln dabei sogar wichtige Erfahrungen fĂŒrs Leben und den Beruf", sagte sie. Semesterferien hĂ€tten alle Studierenden. "Es wird kein Vollkaskostudium geben, jeder muss seinen Teil dazu beitragen." Sie selbst habe neben ihrem Studium gejobbt.

Kritik an diesen Aussagen kam auch von den GrĂŒnen. Deren stellvertretende Fraktionsvorsitzende Misbah Khan sagte am Sonntag, dass es ein "politisches Armutszeugnis" sei, die BAföG-Reform "sang- und klanglos abzusĂ€gen". Wer an den Bildungschancen junger Menschen spare, spare an Chancengerechtigkeit und den FachkrĂ€ften von morgen. "Junge Menschen sind die Zukunft unseres Landes, deshalb muss das BAföG die steigenden Wohn- und Lebenshaltungskosten berĂŒcksichtigen und wieder mehr Studierende erreichen. Hier den Rotstift anzusetzen, wĂ€re fatal", so Khan.

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