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Berlin: Linke, Grüne und SPD starten Koalitionsverhandlungen

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 10:35 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Linke, Grüne und SPD wollen in den kommenden Wochen die Grundlagen für eine gemeinsame Landesregierung festlegen. Im Zentrum stehen Wohnungs- und Verkehrspolitik, zugleich bleiben sicherheitspolitische Konflikte offen.

Parteien legen Verhandlungsbasis fest

  • Linke, Grüne und SPD kamen am Montag im Berliner Abgeordnetenhaus zu den Verhandlungen zusammen.
  • Die Linke hatte die Gespräche auf einem außerordentlichen Landesparteitag mit großer Mehrheit freigegeben.
  • Das Sondierungspapier nennt Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen, Radwegeausbau und ein günstigeres Sozialticket.
  • Beim Umgang mit Antisemitismus und Clan-Kriminalität bestehen weiterhin Differenzen.
Koalitionsverhandlungen in Berlin am 02.11.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Linke, Grüne und SPD beginnen Gespräche im Abgeordnetenhaus

Knapp sechs Wochen nach der Wahl haben am Montag in Berlin die Koalitionsverhandlungen von Linken, Grünen und SPD begonnen. Die Verhandler der drei Parteien kamen am Morgen im Abgeordnetenhaus zusammen; ein genauer Zeitplan wurde zunächst nicht genannt.

Mehrere Wochen bis zu einem Ergebnis erwartet

Es wird erwartet, dass die Gespräche mehrere Wochen dauern. Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp sagte zum Auftakt, man werde darüber beraten, wie Berlin „bezahlbar wirtschaftlich stark klimagerecht aufstellen“ könne.

Nach ihren Angaben sollen bereits erzielte Verständigungen in Mieten-, Vergesellschaftungs-, Wirtschafts- und Klimafragen nun im Detail vertieft werden. Die Linke hatte am Wochenende auf einem außerordentlichen Landesparteitag mit großer Mehrheit den Weg für die Verhandlungen freigemacht.

Sondierungspapier bildet Grundlage

SPD und Grüne hatten die Aufnahme der Koalitionsverhandlungen bereits Anfang der vergangenen Woche beschlossen. Zuvor hatten die drei Parteien ein gemeinsames Sondierungspapier vorgelegt, das als Grundlage für die weiteren Gespräche dienen soll.

Vereinbart wurden darin unter anderem die Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen, der Ausbau von Radwegen und ein günstigeres Sozialticket im öffentlichen Nahverkehr. Ein Streitpunkt bleibt der Umgang der Linken mit Antisemitismus und Clan-Kriminalität.

Widerstand in der SPD

Vor allem prominente SPD-Mitglieder äußerten Widerstand gegen ein Bündnis mit der Linkspartei. Ob die drei Parteien trotz dieser Differenzen ein gemeinsames Regierungsprogramm und eine tragfähige Vereinbarung entwickeln, soll in den kommenden Verhandlungsrunden geklärt werden.

Der Start der Koalitionsverhandlungen markiert den Übergang von einer politischen Verständigung auf Sondierungsebene zu konkreten Gesprächen über ein gemeinsames Regierungsprogramm. Die drei Parteien haben mit dem Sondierungspapier bereits zentrale Vorhaben benannt: eine mögliche Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände, den Ausbau von Radwegen und ein günstigeres Sozialticket.

Besonders relevant ist die Wohnungspolitik. Die Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen berührt die Umsetzung des Berliner Volksentscheids von 2021 und würde erhebliche rechtliche, finanzielle und organisatorische Fragen aufwerfen. Für Mieter könnte sie langfristig Auswirkungen auf die Bewirtschaftung und Preisentwicklung großer Bestände haben, konkrete Folgen hängen jedoch von der späteren Ausgestaltung ab.

Konflikte liegen außerhalb der Kernprojekte

Die Verhandlungen dürften nicht nur von Sachfragen geprägt werden. Der Umgang mit Antisemitismus und Clan-Kriminalität gilt als innerparteilich umstritten, insbesondere in Teilen der SPD. Damit steht neben dem gemeinsamen sozial- und klimapolitischen Programm auch die Frage im Raum, ob die drei Parteien bei sicherheits- und gesellschaftspolitischen Themen eine belastbare gemeinsame Linie finden.

Ein Abschluss wird erst nach Gesprächen in mehreren Themenfeldern erwartet. Bis dahin müssen die Parteien Prioritäten, Finanzierung und Zuständigkeiten klären; auch die Zustimmung der jeweiligen Parteigremien bleibt ein möglicher weiterer Schritt.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Tagesschau: „Rot-grün-rote Koalitionsgespräche in Berlin starten“ (02.11.2026)

Der Beitrag bestätigt den Beginn der Verhandlungen und hebt das gemeinsam erarbeitete Sondierungspapier als Grundlage hervor. Im Mittelpunkt steht damit stärker der organisatorische Ausgangspunkt der Gespräche als die innerparteilichen Konfliktlinien.

BR: „Koalitionsverhandlungen starten in Berlin“ (02.11.2026)

Der BR ordnet den Auftakt als Gespräche über eine mögliche rot-rot-grüne Regierung ein. Gemeinsam ist beiden Berichten die Darstellung des Verhandlungsbeginns; unterschiedliche Akzente ergeben sich vor allem bei der Gewichtung von Regierungsbildung und inhaltlicher Grundlage.

Die Berichte stimmen beim Start der Gespräche und der möglichen Dreierkoalition überein. Offen bleibt, ob die Parteien ihre unterschiedlichen Positionen in den umstrittenen Sachfragen und bei der Ausgestaltung der Vorhaben zu einem gemeinsamen Programm verbinden.

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