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Berlin-Wahl: Linke vor CDU, rot-schwarze Mehrheit weg

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 18:20 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus liegt die Linke überraschend vor der CDU. Das regierende Bündnis aus CDU und SPD verliert seine Mehrheit, nun rücken Dreier-Koalitionen in den Fokus.

In Berlin liegt die Linke überraschend klar vor der CDU. - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
In Berlin liegt die Linke überraschend klar vor der CDU. - Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus liegt die Linke nach Prognosen überraschend klar vor der CDU, das regierende Bündnis aus CDU und SPD verliert seine Mehrheit.

Linke erstmals vorn

Nach den Prognosen von ARD und ZDF kommt die Linke auf 24,5 bis 26 Prozent. Damit wäre sie erstmals stärkste Kraft in Berlin und könnte mit Elif Eralp erstmals eine Linke in das Amt der Regierenden Bürgermeisterin bringen.

Die CDU fällt auf Platz zwei zurück und erreicht laut Prognosen rund 20 Prozent. Für Spitzenkandidat Stefan Evers ist das ein deutlicher Rückschlag, nachdem er erst im Sommer für den Wahlkampf eingesprungen war.

AfD legt zu, SPD verliert

Hinter der CDU liefern sich AfD und Grüne ein enges Rennen um den dritten Platz. Die AfD steigert sich deutlich, die Grünen verlieren leicht.

Die SPD landet den Prognosen zufolge nur auf Rang fünf. Die FDP verpasst den Einzug ins Abgeordnetenhaus erneut, das BSW muss noch um den Einzug bangen.

Koalitionen werden neu sortiert

Als wahrscheinlich gilt nun eine Dreier-Koalition. Im Gespräch sind entweder ein Bündnis aus Linken, Grünen und SPD oder eine Koalition aus CDU, Grünen und SPD.

Das neue Abgeordnetenhaus wird für fünf Jahre gewählt. Die konstituierende Sitzung ist für den 29. Oktober geplant, dann wählen die Abgeordneten auch den Präsidenten und die Vizepräsidenten des Parlaments.

Wahl mit besonderem Hintergrund

Berlin hat in den vergangenen Jahren mehrfach wählen müssen, nachdem die Abstimmung 2021 wegen schwerer Pannen wiederholt worden war. Diesmal lag die Wahlbeteiligung deutlich höher als 2023.

Im Wahlkampf standen vor allem Mieten, Wohnungsmangel, Sicherheit und Verwahrlosung im Mittelpunkt. Auch Verkehrspolitik und der Umgang mit Migration spielten eine wichtige Rolle.

Berliner Machtwechsel mit Signalwirkung

Die Wahl in Berlin verschiebt die politische Statik der Hauptstadt deutlich. Wenn die Linke erstmals die stärkste Kraft stellt, ist das nicht nur ein lokaler Erfolg, sondern auch ein bemerkenswerter Einschnitt in einer Stadt, in der das Regierungsamt bisher vor allem von SPD und CDU geprägt war.

Für die CDU bedeutet das Ergebnis einen weiteren Rückschlag nach einer Phase, in der die Partei auf Bundes- und Landesebene unter Druck geraten ist. Zugleich zeigt der Stimmenzuwachs der AfD, dass protestgetriebene Milieus in Großstädten weiterhin mobilisierbar bleiben, auch wenn die Partei deutlich hinter der Spitze liegt.

Koalitionssuche unter neuen Vorzeichen

Für die Regierungsbildung wird entscheidend sein, ob sich aus dem neuen Kräfteverhältnis tragfähige Dreierbündnisse formen lassen. Sollte die Linke tatsächlich den Anspruch auf das Rote Rathaus durchsetzen, müsste sie Mehrheiten mit Partnern finden, die inhaltlich teils weit auseinanderliegen.

Für Leser in Berlin hat das unmittelbare Folgen für Mieten, Stadtentwicklung, Verkehr und Sicherheit, also genau jene Felder, die den Wahlkampf geprägt haben. Ein Regierungswechsel würde diese Themen nicht automatisch lösen, aber die politischen Prioritäten im Senat deutlich verschieben.

Mehr als ein Berliner Ergebnis

Die Wahl sendet auch ein Signal in Richtung Bundespolitik. Ein starkes Abschneiden der Linken in der Hauptstadt würde die Partei über Berlin hinaus sichtbar machen, während CDU und SPD den Druck spüren, ihre Strategien in urbanen Räumen neu auszurichten.

Damit steht nicht nur die Frage im Raum, wer Berlin künftig regiert. Es geht auch darum, ob die Hauptstadt erneut zum Testfall für wechselnde Mehrheiten und schwierige Koalitionen wird, die in anderen Ländern und im Bund ebenfalls an Bedeutung gewonnen haben.

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