Berliner Wahl: Linke gewinnt deutlich vor CDU und SPD
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 02:04 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Linke hat die Berliner Abgeordnetenhauswahl mit ihrem bisher besten Ergebnis gewonnen und die bisherige Mehrheit von CDU und SPD beendet.
Linke holt in Berlin den ersten Platz
Nach Angaben der Landeswahlleitung kam die Partei von Spitzenkandidatin Elif Eralp auf 25,7 Prozent der Stimmen. Die CDU erreichte 18,8 Prozent, die AfD 16,3 Prozent, die Grünen 14,3 Prozent und die SPD 12,1 Prozent.
CDU und SPD verlieren Mehrheit
Die Christdemokraten hatten die Wahl vor drei Jahren noch klar gewonnen und danach mit der SPD regiert. Für die Sozialdemokraten ist das Ergebnis das bislang schwächste bei einer Wahl zum Berliner Landesparlament.
Koalitionsoptionen nach dem Votum
Nun rückt eine Dreier-Koalition aus Linken, Grünen und SPD in den Mittelpunkt. Die Linke will auf einem Parteitag am Freitag über die Aufnahme von Sondierungsgesprächen entscheiden.
Das bisher beste Ergebnis bei einer Wahl zum Berliner Landesparlament hatte die Partei 2001 noch als PDS mit 22,6 Prozent erzielt. Das Bündnis Sahra Wagenknecht verpasste mit 4,7 Prozent den Einzug ins Abgeordnetenhaus ebenso wie die FDP mit 2,5 Prozent.
Einordnung der Wahl
Der Sieg der Linken in Berlin markiert einen seltenen Machtwechsel in einer Landespolitik, die seit Jahren von wechselnden Koalitionen und hoher Fragmentierung geprägt ist. Dass CDU und SPD ihre Mehrheit verlieren, erhöht den Druck auf schnelle Gespräche über eine neue Regierungsbildung und macht die Frage nach einer stabilen Mehrheit zum zentralen Thema der kommenden Tage.
Koalitionsarithmetik
Die naheliegende Option ist nun eine Dreierkonstellation aus Linken, Grünen und SPD. Politisch wäre das ein Bündnis mit anspruchsvoller Schnittmenge, weil die Parteien zwar in einzelnen Feldern Überschneidungen haben, bei Haushalt, Wohnen, Verkehr und innerer Sicherheit aber unterschiedliche Prioritäten setzen dürften.
Bedeutung für Berlin
Für die Stadt ist das Ergebnis vor allem deshalb bedeutsam, weil Berlin mit Wohnungsnot, hohen Mieten, knappen Haushaltsmitteln und einer angespannten Verwaltung vor strukturellen Problemen steht. Eine neue Koalition müsste deshalb nicht nur Personal- und Machtfragen klären, sondern rasch zeigen, wie sie soziale Entlastung, Investitionen und Regierungsfähigkeit zusammenbringt.
