Warken, Bundestag

Warken will Bundestag Informationen ĂŒber MaskenkĂ€ufe zugĂ€nglich machen

10.06.2025 - 15:36:01 | dpa.de

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will dem Bundestag nach eigenen Worten Informationen aus dem bislang geheim gehaltenen Untersuchungsbericht zur Beschaffung von Corona-Schutzmasken wÀhrend der Pandemie zugÀnglich machen.

"SelbstverstĂ€ndlich werden wir dem Haushaltsausschuss ĂŒber unsere Erkenntnisse zu den MaskenkĂ€ufen berichten", sagte Warken den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dazu wĂŒrden auch die Arbeitsergebnisse der Sonderermittlerin Margaretha Sudhof herangezogen, versicherte sie.

Gemeint sind Informationen aus einem bislang unter Verschluss gehaltenen Bericht von Sudhof zu teuren MaskenkĂ€ufen in der Anfangszeit der Pandemie, ĂŒber den die "SĂŒddeutsche Zeitung", WDR und NDR jĂŒngst berichtet hatten. Demnach soll der frĂŒhere Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Firma aus seiner westfĂ€lischen Heimat "ohne Teilnahmewettbewerb" bei der Logistik der Maskenbeschaffung bevorzugt haben.

Warken: Erkenntnisse aus Bericht mĂŒssten lĂ€ngst im Parlament sein

Warken erklĂ€rte, dass die Erkenntnisse aus dem Bericht auch fĂŒr die Enquete-Kommission, die zur Aufarbeitung der Corona-Pandemie eingesetzt werden soll, eine Rolle spielen wĂŒrden. "DafĂŒr werden wir eine Projektgruppe im Ministerium aufstellen, um immer schnell auskunftsfĂ€hig zu sein", sagte Warken.

Außerdem verwies sie darauf, dass die Erkenntnisse aus den Maskenbeschaffungen aus ihrer Sicht schon unter ihrem direkten VorgĂ€nger, Karl Lauterbach (SPD), dem Parlament hĂ€tten zugeleitet werden mĂŒssen. "Das hĂ€tte eigentlich schon in der letzten Legislaturperiode passieren mĂŒssen", sagte Warken. Lauterbach hatte die Sonderermittlerin eingesetzt, um die Maskenbeschaffungen in der Corona-Pandemie untersuchen zu lassen.

Opposition fordert Transparenz - Bericht an sich weiterhin geheim

Zuvor hatten unter anderem Linke und GrĂŒne im Bundestag Transparenz zu dem Untersuchungsbericht gefordert. Es mĂŒsse offengelegt werden, "welchen Mist und Schaden Spahn als Minister hinterlassen hat", sagte etwa der Parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Linksfraktion, Christian Görke, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Ob das Ministerium diesem Anspruch gerecht werden kann, wird sich zeigen. Der Untersuchungsbericht an sich soll nach dpa-Informationen auch weiterhin unter Verschluss bleiben.

Spahn rechtfertigt Auftrag an Firma mit Notsituation

Der frĂŒhere Gesundheitsminister Spahn wies indes die VorwĂŒrfe gegen ihn wegen zu teurer Maskenbestellungen und eines Logistikauftrags zurĂŒck. "In der Not ist Haben wichtiger als Brauchen. Das war eine Jahrhundertkrise und eine Ausnahmesituation", sagte der CDU-Politiker dazu im Podcast "Table.Today". "Es fehlte an allem. Alles war knapp. Alle haben gesagt: "Besorgt es, koste es, was es wolle". NatĂŒrlich sind wir finanzielle Risiken eingegangen."

Zu dem Vorwurf, dass er bei der Maskenlogistik die Firma Fiege aus der NĂ€he seines Wahlkreises bevorzugt habe, sagte Spahn: "Ja, klar habe ich in der Notlage zuerst mit Leuten geredet, die ich kannte, um zu fragen, wer helfen kann. Und ja, wir haben alles ohne Ausschreibung gemacht. Wie hĂ€tte das gehen sollen mit einem Ausschreibungsverfahren, das drei oder sechs Monate dauert?", sagte Spahn. "Fiege hatte damals ein fertiges Konzept fĂŒr den Umgang mit der Pandemie", sagte der CDU-Politiker.

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