RegierungserklÀrung: Scholz wirft Merz unverzeihlichen Fehler vor
29.01.2025 - 15:00:14 | dts-nachrichtenagentur.de"Das ist ein schwerer Fehler. Das ist ein unverzeihlicher Fehler." Der Kanzler erklĂ€rte, er habe Merz seine Zusicherungen geglaubt. "Bisher kannten wir Ihre Umfaller und Zickzack-Kurse nur von anderen Stellen aus der AuĂenpolitik", sagte er. "Aber an einer fĂŒr unser Land so zentralen Frage, nĂ€mlich der Frage, ob man als Demokrat mit dem extremen Rechten gemeinsame Sache macht, da hatte ich ihren Zusicherungen wirklich geglaubt." Scholz erinnerte daran, dass Merz in seiner Antwort auf die RegierungserklĂ€rung nach dem Ampel-Bruch im November noch erklĂ€rt hatte, verhindern zu wollen, dass "auch nur ein einziges Mal eine zufĂ€llige oder tatsĂ€chlich herbeigefĂŒhrte Mehrheit mit denen da von der AfD zustande kommt". Noch vor drei Wochen habe Merz im Fernsehen sein Wort gegeben, "die CDU werde ihre Seele nicht verkaufen durch eine Zusammenarbeit mit der AfD", so Scholz. Der SPD-Politiker warnte vor einer Mehrheit von CDU/CSU und AfD nach der Bundestagswahl am 23. Februar. "Sonst droht uns eine schwarz-blaue Regierung in Deutschland", so Scholz. "Denn wer sagt, `Mir ist gleichgĂŒltig, wer fĂŒr meine AntrĂ€ge stimmt`, der sagt am Ende auch: `Mir ist gleichgĂŒltig, wer fĂŒr mich stimmt." Programmatische Ăberschreitung zwischen der Union und der AfD gebe es "nicht nur bei den rechtswidrigen europafeindlichen VorschlĂ€gen zur irregulĂ€ren Migration", mahnte der Kanzler. "Die SteuerplĂ€ne von CDU und AfD wĂŒrden ausgerechnet die Allerreichsten am stĂ€rksten entlasten. Und einig sind sie sich auch, dass in Deutschland angeblich viel zu wenig gearbeitet wird und man den Arbeitnehmern deshalb mehr Druck machen mĂŒsse." Angesichts der direkt zuvor im Bundestag abgehaltenen Gedenkstunde an die Opfer des Nationalsozialismus erinnerte Scholz an die Lehren aus der NS-Zeit. "Das Recht auf Asyl ist die unmittelbare Antwort auch auf das Grauen. Damals waren das deutsche und europĂ€ische Juden, die an fremden Grenzen abgewiesen wurden", sagte der Kanzler. "Das darf gerade Deutschland nie wieder zulassen. Wenn wir also heute 80 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz hier im Bundestag ĂŒber Asylflucht und Migration diskutieren, und auch ĂŒber alle Schwierigkeiten, die damit verbunden sind, dann gehört das Bekenntnis zum Recht auf Asyl fĂŒr politisch Verfolgte dazu." OppositionsfĂŒhrer Friedrich Merz (CDU) wehrte sich im Anschluss gegen die Darstellung, seine VorschlĂ€ge seien europarechtswidrig und verfassungswidrig. "Was hĂ€lt Sie davon ab diesen drei VorschlĂ€gen am Freitag hier im Deutschen Bundestag zuzustimmen?", fragte er die Regierungsparteien SPD und GrĂŒne. Wenn diese den VorschlĂ€gen nicht zustimmten, dann dokumentierten sie am Freitag "endgĂŒltig, dass sie eine Begrenzung des Zustroms in die Bundesrepublik Deutschland in Wahrheit nicht wollen". Eine "richtige Entscheidung" werde nicht dadurch falsch, dass "die Falschen" zustimmen, sagte Merz.
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