Streit um Bafög-Erhöhung in der Union
01.06.2026 - 12:24:33 | dts-nachrichtenagentur.deDie Reform sei kein unverbindliches Wunschprogramm, sondern eine politische Zusage an die junge Generation, sagte Radtke dem "Tagesspiegel". Wer jetzt aus kurzfristigen SparĂŒberlegungen daran rĂŒttle, sende das falsche Signal. Sparen im Bildungssystem sei am Ende immer das teuerste Sparen fĂŒr den Staat.
Spahn hatte zuvor dem "MĂŒnchner Merkur" gesagt, BĂŒrgergeld, Wohngeld, Elterngeld und Bafög wĂŒrden wegen des Spardrucks absehbar nicht erhöht werden können.
Auch Forschungsministerin Dorothee BĂ€r (CSU) Ă€uĂerte am Wochenende Zweifel daran, ob die geplante Erhöhung der Wohnkostenpauschale und die Angleichung des Bafög-Grundbedarfs an die Grundsicherung wie geplant kommen können. Den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte sie, ihr Ministerium arbeite zwar weiter an dem Gesetzentwurf, sie habe aber auch gehört, dass die Reform von den Regierungsfraktionen nicht mehr unterstĂŒtzt werde. Am Ende bringe es nichts, Forderungen ins Parlament einzubringen, von denen man wisse, dass sie keine Mehrheit finden.
Die SPD reagierte empört. Vize-Fraktionschefin Wiebke Esdar sagte, die SPD-Fraktion stehe geschlossen fĂŒr die Umsetzung der vereinbarten Reform. Die ĂuĂerungen von Dorothee BĂ€r seien schlicht falsch und nicht zutreffend. Das Bafög ermögliche Aufstieg durch Bildung.
Ein Argument, das CDU-Sozialpolitiker Radtke teilt: Gerade in Zeiten hoher Lebenshaltungskosten brauche es VerlĂ€sslichkeit. Das Bafög mĂŒsse Schritt halten mit Mieten, Inflation und realen Belastungen im Alltag. Der Zugang zu Bildung dĂŒrfe nicht am Geldbeutel scheitern. Ein verlĂ€ssliches Bafög gehöre zu einer modernen, sozialen Bildungspolitik dazu. Deshalb sei es richtig, an der vereinbarten Erhöhung festzuhalten und sie zĂŒgig umzusetzen.
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