Experte: Klimawandel macht Alpen gefÀhrlicher
31.05.2025 - 09:23:26 | dpa.de"Die Zunahme dieser alpinen Gefahren ist eine eindeutige Auswirkung des menschengemachten Klimawandels", sagt Tobias, Hipp Experte fĂŒr Klimafragen beim Deutschen Alpenverein. "Die Alpen sind durch die ErwĂ€rmung im Ungleichgewicht und werden instabil. Wir mĂŒssen davon ausgehen, dass diese Ereignisse weiter zunehmen."
GrundsĂ€tzlich mĂŒsse man zwischen Bergsturz und Felssturz unterscheiden, erklĂ€rt er. "Beim Bergsturz - wie jetzt in der Schweiz - sind riesige Mengen Gestein unterwegs. Hier sieht man oft im Vorfeld schon Anzeichen wie kleinere AbbrĂŒche, so dass die Region groĂflĂ€chig ĂŒberwacht werden kann fĂŒr eine rechtzeitige FrĂŒhwarnung. Das ist aber nicht immer der Fall, wie beispielsweise beim Bergsturz am Piz Cengalo im Jahr 2017 mit mehreren Toten." FĂŒr Bergsportler seien allerdings in der Regel FelsstĂŒrze und Steinschlag relevanter. "Dies sind klassische alpine Gefahren, die viel hĂ€ufiger und flĂ€chendeckender vorkommen."
Eis und Gletscher fehlen
Beides werde aber von Ă€hnlichen Prozessen ausgelöst, die durch den Klimawandel begĂŒnstigt werden, sagt Hipp. "Einerseits erwĂ€rmen sich die Berge, wodurch der Permafrost im Inneren sie nicht mehr so gut zusammenhĂ€lt. Auch der RĂŒckgang der Gletscher spielt eine Rolle, weil die Gletscher einerseits nicht mehr als StĂŒtzen der benachbarten FelswĂ€nde dienen, andererseits weil unter den Gletschern instabile FlĂ€chen frei werden, von denen Steinschlag oder Abrutschungen ausgehen können." Und oft kĂ€men dann noch die zunehmenden Extremwetterereignisse wie Starkregen oder Hitzewellen als Auslöser hinzu. Am Ende spielten dann meist mehrere Faktoren oder Prozesse zusammen.
Wie groĂ die Gefahr ist, kommt stark darauf an, wo man sich bewegt: "Der normale Berggeher, der nicht im Hochgebirge unterwegs ist, muss sich weniger Sorgen machen", sagt Hipp. "Aber schon in Lagen zwischen 2.000 und 2.500 Metern nimmt die Gefahr zu und im Hochgebirge sehen wir einen klar belegten Zusammenhang zwischen der Zunahme der Gefahren und dem menschgemachten Klimawandel."
GrundsĂ€tzlich sei eine gute Tourenplanung mit Blick auf die Wettervorhersage immer nötig, erklĂ€rt der Experte. Durch die rasanten VerĂ€nderungen werde sie aber noch wichtiger. "Die Alpen werden weiterhin attraktive Heimat fĂŒr den Bergsport bleiben, wenn auch in Teilen nicht mehr so, wie wir es ĂŒberliefert bekommen haben. Im Gebirge wird es immer gewisse Gefahren geben, ihre Wahrscheinlichkeit nimmt durch den Klimawandel aber zu."
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