Steuern, Energie

Ifo-Chef: Ohne Reformen wÀren Neuwahlen besser

16.05.2026 - 01:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Der PrĂ€sident des MĂŒnchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest, hĂ€lt Neuwahlen fĂŒr den besseren Weg, sollte sich die Bundesregierung nicht auf die notwendigen Reformen einigen können.

Wahllokal (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Wahllokal (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Das sagte er der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung".

Wenn eine Regierung nicht in der Lage sei, sich auf dringend benötigte Reformen zu einigen, sei es besser, neu zu wĂ€hlen, selbst wenn das ein paar Monate dauere, so Fuest. Wegen der Sicherheitslage sei es aber dringend wĂŒnschenswert, dass es der Bundesregierung gelinge, sich auf einen wirtschaftspolitischen Weg zu einigen, der Erfolg verspreche.

Fuest riet unter anderem zu einer Steuerreform, die die Wirtschaft ankurbeln könnte. Konjunkturpolitisch wĂ€re es nicht sinnvoll, mit Entlastungen zu warten. Steuersenkungen könnten die Konjunktur stĂŒtzen, wenn das Hauptziel darin bestehe, den Menschen dauerhaft mehr von dem zu lassen, was sie erarbeiten. Auf Dauer seien niedrigere Steuern und Abgaben aber nur erreichbar, wenn die Staatsausgaben sinken.

"In den letzten Jahren sind die Staatsausgaben aber massiv erhöht worden." Der Anteil der Staatsausgaben am Bruttoinlandsprodukt lag 2019 noch bei 45 Prozent, mittlerweile sei er auf 49 Prozent gestiegen. Die wachsenden Verteidigungsausgaben wĂŒrden die Staatsausgaben in den kommenden Jahren weiter in die Höhe treiben. Wenn man Steuern senken oder zumindest weitere Steuererhöhungen vermeiden wolle, mĂŒsse man dringend andere Ausgaben senken. Die Bundesregierung sollte allerdings davon absehen, die ohnehin schon sehr hohe Steuerlast fĂŒr Unternehmer und Investoren weiter zu steigern.

Zudem sprach sich Fuest gegen eine Neuauflage des Tankrabatts aus, der Ende Juni auslĂ€uft. Er plĂ€dierte stattdessen fĂŒr eine gezielte Entlastung von Haushalten mit niedrigem Einkommen. Die deutsche Politik könne die Lasten, die mit höheren Energiepreisen einhergehen, nicht aus der Welt schaffen. Sie könne sie nur umverteilen. Das heiße, dass die Lasten fĂŒr Teile der Bevölkerung erhöht und fĂŒr andere verringert werden. Wenn man das wolle, solle man gezielt Haushalte mit niedrigen Einkommen entlasten, am besten mit Direktzahlungen an diese Gruppe. Vom Tankrabatt profitierten eher Haushalte mit höheren Einkommen. "Deshalb ist es gut, wenn er auslĂ€uft", so Fuest.

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