GBA-Chef Hecken kritisiert Warkens GesundheitsplÀne
20.06.2026 - 08:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de"Die Beitragszahler werden zur Kasse gebeten. Die Ărzte und Kliniken werden zur Kasse gebeten. Nur der Bund entzieht sich seiner Pflicht", so Hecken. Er schlug die EinfĂŒhrung einer Steuer auf zuckerhaltige GetrĂ€nke und eine deutliche Erhöhung der Tabak- und Alkoholsteuer vor. Diese Mehreinnahmen sollten ins Gesundheitssystem flieĂen. "Mir fehlt völlig das VerstĂ€ndnis dafĂŒr, dass nicht wenigstens die Tabaksteuer massiv angehoben wird."
Auf die jĂŒngsten Warnungen der Pharmaindustrie, die geplanten Ănderungen der ArzneimittelvergĂŒtung gefĂ€hrdeten die Versorgung der Patienten in Deutschland, reagierte Hecken gelassen. Ăhnliche Warnungen habe es auch schon vor der EinfĂŒhrung der Nutzenbewertung von neuen Arzneimitteln im Jahr 2011 gegeben. "Seitdem haben wir rund 1.000 neue Wirkstoffe bewertet. Der Krankenversicherung spart das fast 11 Milliarden Euro im Jahr. Und es gab vielleicht zehn oder elf FĂ€lle, in denen ein Medikament danach nicht nach Deutschland kam", sagte Hecken der FAS.
Der Gemeinsame Bundesausschuss ist das oberste Gremium der Selbstverwaltung des Gesundheitswesens in Deutschland und legt fest, welche medizinischen Leistungen die gesetzliche Krankenversicherung erstattet. Deren Ausgaben summierten sich im vergangenen Jahr auf mehr als 330 Milliarden Euro. Ohne Reformen droht im kommenden Jahr ein Defizit von 12 Milliarden Euro. Josef Hecken leitet den Bundesausschuss seit 14 Jahren. Am 1. Juli gibt er das Amt an Sonja Optendrenk ab.
