Umfrage: Jeder Fünfte würde bei AfD-Regierung auswandern
Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSMehr als jeder fünfte Deutsche würde nach eigenen Angaben auswandern, sollte die AfD auf Bundesebene an die Macht kommen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa hervor, die im Auftrag der „Bild am Sonntag“ durchgeführt wurde.
Bereitschaft zur Auswanderung bei AfD-Regierung
In der Erhebung stimmen 22 Prozent der Aussage zu: „Sollte die AfD auf Bundesebene an die Macht kommen, würde ich Deutschland verlassen.“ 60 Prozent der Befragten lehnen diese Aussage ab. Weitere 18 Prozent machen keine Angabe oder zeigen sich unentschieden, was auf eine gewisse Unsicherheit oder Zurückhaltung bei dieser hypothetischen Frage hindeutet.
Bewertung möglicher Schäden für Deutschland
Parallel dazu erfasst Insa die Einschätzung möglicher Folgen einer AfD-Bundesregierung. 47 Prozent halten die Aussage für zutreffend, dass Deutschland durch eine AfD-Regierung im Bund Schaden nehmen würde. 36 Prozent widersprechen dieser Einschätzung. 17 Prozent der Befragten machen keine Angabe, sodass auch hier ein relevanter Anteil sich nicht festlegen möchte.
Erwartungen an Koalitionen in Sachsen-Anhalt
Mit Blick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September fragen die Meinungsforscher nach möglichen politischen Konstellationen. 43 Prozent der Befragten meinen, ein Zusammenschluss aller anderen Parteien zu einer Regierungskoalition gegen die AfD würde diese Partei zusätzlich stärken. 32 Prozent teilen diese Ansicht nicht. 25 Prozent geben an, keine Meinung zu haben oder keine Angabe machen zu wollen.
Präferenzen bei der Regierungsbildung
Auf die Frage nach einer möglichen Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt geben 33 Prozent an, eine absolute Mehrheit der AfD einer Koalition aller anderen Parteien vorzuziehen. Eine solche Konstellation wird jedoch von 52 Prozent klar abgelehnt. 15 Prozent der Befragten machen zu dieser Alternative keine Angabe.
Details zur Erhebung
Für die Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Insa insgesamt 1.001 Personen befragt. Die Interviews wurden am 27. und 28. August im Auftrag der „Bild am Sonntag“ durchgeführt und bilden damit eine Momentaufnahme der politischen Stimmung kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Leiten Sie diesen Artikel an Freunde weiter.
Die vorliegende Umfrage von Insa im Auftrag der „Bild am Sonntag“ beleuchtet gleich zwei Ebenen der politischen Stimmung in Deutschland: den Blick auf eine mögliche AfD-Regierungsübernahme im Bund und die konkreten Optionen nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Sie zeigt damit sowohl bundespolitische Grundhaltungen als auch regionale Erwartungen in einem Bundesland, in dem die AfD seit längerem hohe Umfragewerte erreicht.
Bewertung einer möglichen AfD-Bundesregierung
Bundesweit geben 22 Prozent der Befragten an, Deutschland verlassen zu wollen, falls die AfD auf Bundesebene an die Macht kommt. Das ist ein im internationalen Vergleich auffälliger Wert, weil er politische Entwicklungen direkt mit der eigenen Lebensplanung verknüpft. Gleichzeitig halten 47 Prozent der Befragten die Aussage für zutreffend, dass Deutschland durch eine AfD-Regierung im Bund Schaden nehmen würde, während 36 Prozent diese Einschätzung zurückweisen. Die Daten spiegeln damit eine stark polarisierte Wahrnehmung der Partei und ihrer möglichen Regierungsverantwortung wider.
Konsequenzen für Sachsen-Anhalt und darüber hinaus
Mit Blick auf Sachsen-Anhalt zeigt die Umfrage, dass viele Menschen eine „Alle-gegen-AfD“-Koalition skeptisch sehen: 43 Prozent erwarten, dass ein Zusammenschluss aller anderen Parteien gegen die AfD diese eher stärkt. Zugleich bevorzugen 33 Prozent eine absolute Mehrheit der AfD gegenüber einer Koalition aller anderen Parteien, während 52 Prozent eine solche Alleinregierung der AfD ablehnen. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass klassische Abgrenzungsstrategien der etablierten Parteien in Teilen der Bevölkerung als kontraproduktiv wahrgenommen werden und zugleich ein beträchtlicher Teil der Wählerschaft eine alleinige Regierungsverantwortung der AfD klar ablehnt.
Bedeutung für Leserinnen und Leser
Für Bürgerinnen und Bürger macht die Erhebung sichtbar, wie weit politische Konfliktlinien inzwischen in das Alltagsleben reichen – bis hin zur Frage, ob man im Land bleiben würde. Zugleich verdeutlicht sie die Spannbreite der Erwartungen an mögliche Koalitionen in ostdeutschen Bundesländern, in denen die AfD besonders stark ist. Für alle Parteien stellt sich damit die strategische Frage, wie sie mit hohen AfD-Werten umgehen, ohne deren Unterstützung weiter zu verfestigen. Leserinnen und Leser können die Ergebnisse als Hinweis darauf verstehen, wie gespalten die Gesellschaft beim Umgang mit der AfD ist und welche Bedeutung bevorstehende Wahlen für die zukünftige politische Richtung haben. Leiten Sie diesen Artikel an Freunde weiter.
