EU, Asyl

Weber drÀngt auf schnellen Beschluss zu Abschiebezentren

31.05.2026 - 09:22:52 | dts-nachrichtenagentur.de

EVP-Chef Manfred Weber (CSU) dringt auf einen schnellen Beschluss ĂŒber Abschiebezentren außerhalb der EU-Grenzen und die VerschĂ€rfung weiterer Asylregeln.

Manfred Weber (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Manfred Weber (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Er dulde keine weiteren Verzögerungen mehr, sagte Weber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Es gehe um den letzten Baustein der Migrationswende in Europa. Die angestrebte Verordnung sei sofort verbindliches Recht, es brauche keine nationale Umsetzung. "Wir mĂŒssen jetzt durchgreifen."

Am Montag kommen UnterhĂ€ndler der europĂ€ischen Institutionen in BrĂŒssel zusammen, um letzte Hand an das geplante Gesetzespaket zu legen. Das war bei Verhandlungen in der vergangenen Woche zunĂ€chst noch nicht gelungen. Zwar hieß es ehedem, alle noch offenen Fragen seien ausfĂŒhrlich erörtert und vorlĂ€ufig vereinbart worden. Meinungsverschiedenheiten gab es aber noch bei der Frage, wann die neuen Regelungen in Kraft treten sollen. Einige LĂ€nder verlangten mehr Zeit fĂŒr die Umsetzung.

Weber sagte, leider habe es unter den Mitgliedstaaten Debatten darĂŒber gegeben, ob die Anwendung dieser Verordnung um zwei Jahre verzögert werden sollte. Er habe da im Parlament sein Veto eingelegt. Er wolle, dass die neuen Regeln bereits in diesem Sommer greifen. "Im kommenden Jahr finden in Frankreich und Polen wichtige Wahlen statt. Wir brauchen jetzt Ergebnisse bei der Abschiebung." Bisher gebe es in der EU nur 20 Prozent Vollzug bei der Abschiebung ausreisepflichtiger Personen. "Wir mĂŒssen dafĂŒr sorgen, dass diejenigen, die nicht legal hier sind, Europa wieder verlassen."

In die Zentren sollen abgelehnte Asylbewerber gebracht werden, die nicht in ihre Heimat abgeschoben werden können. Überdies sind neue Mitwirkungspflichten von Asylbewerbern bei ihrer Abschiebung geplant. Bei Fluchtgefahr oder der GefĂ€hrdung der Sicherheit soll Abschiebehaft von bis zu zwei Jahren oder mehr möglich werden. Im vergangenen MĂ€rz waren EVP-Chef Weber und seine Fraktion im Europaparlament heftiger Kritik ausgesetzt, als bekannt wurde, dass sich EVP-Abgeordnete bei der Vorbereitung der Reform eng mit Parlamentariern vom Ă€ußeren rechten Rand abgestimmt hatten.

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