Journalisten, Bundestag

Journalisten geben sich im Bundestag erfolgreich als Lobbyisten aus

24.07.2024 - 21:22:25 | dts-nachrichtenagentur.de

Journalisten der Plattform "Abgeordnetenwatch" und des ZDF haben sich monatelang im Bundestag verdeckt als Lobbyisten ausgegeben und dabei erstaunliche Erfolge verbucht.

Reichstagskuppel bei Sonnenaufgang (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Laut des am Mittwoch veröffentlichten Berichts gelang es relativ problemlos, als frei erfundene Lobby-Agentur mit dem Phantasienamen "Ianua Strategy" persönliche GesprĂ€chstermine bei Bundestagsabgeordneten von SPD, FDP, CDU und AfD, sowie einem Fraktionslosen zu bekommen, um fĂŒr ein Förderprogramm fĂŒr E-Zigaretten zu werben. Bei GrĂŒnen und Linken hatten die Undercover-Journalisten keinen Erfolg. Bei den tatsĂ€chlich durchgefĂŒhrten GesprĂ€chen gelang es unter anderem, an einen noch unveröffentlichten Fraktionsentwurf zum Thema E-Zigaretten zu kommen, mehrfach wurden von Abgeordneten im Auftrag der falschen Lobbyisten Anfragen an die Bundesregierung gestellt. Außerhalb des Bundestages fĂŒhrten die Journalisten als Lobbyisten getarnt GesprĂ€che mit zwei frĂŒheren Ministern und einem frĂŒheren StaatssekretĂ€r. Alle drei stellten mehr oder weniger direkt in Aussicht, persönliche GesprĂ€che mit amtierenden Bundesministern oder zumindest StaatssekretĂ€ren organisieren zu können.

Dabei wurden fĂŒr die "Beratung" TagessĂ€tze von 2.500 bis 3.000 Euro gefordert, in einem Fall wurde ein grĂ¶ĂŸeres "Gesamtpaket" fĂŒr 187.200 Euro fĂŒr ein Jahr angeboten. BundestagsprĂ€sidentin BĂ€rbel Bas (SPD) teilte nach Abschluss des Experiments auf Anfrage der Journalisten mit, Lobbyismus sei in einer parlamentarischen Demokratie legitim und sogar notwendig, wichtig sei aber Transparenz. Das gerade erst umfassend reformierte Lobbyregister werde nach ihrer Überzeugung kontinuierlich dazu beitragen, die Transparenz weiter zu erhöhen und damit das Vertrauen in die politischen Prozesse und Institutionen "nachhaltig zu stĂ€rken", zitiert "Abgeordnetenwatch". Zu den Resultaten des Experiments wollte sich Bas laut Bericht nicht Ă€ußern.

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