Statistik: Rassistische Gewalt auf hohem Niveau
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 12:11 Uhr | dpa.deRassistische und antisemitische Gewalt verharrt in Deutschland nach EinschÀtzung einschlÀgiger Beratungsstellen auf einem «alarmierend hohen Niveau». Der Dachverband VBRG registrierte im vergangenen Jahr 3.176 rechts, rassistisch und antisemitisch motivierte Angriffe. Damit wird zwar der Höchstwert aus dem Jahr 2024 unterschritten, als rund 3.450 FÀlle gezÀhlt wurden, doch die Zahl liegt deutlich höher als in den Jahren zuvor.
Judith Porath vom Verband der Beratungsstellen fĂŒr Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG) beklagt eine «zunehmende Normalisierung» derartiger VorfĂ€lle: «Bedrohung und Angriffe gehören fĂŒr viele Betroffene mittlerweile zum Alltag.»
Rassismus ist das hÀufigste Tatmotiv
Ăber die Jahre hinweg sind die Zahlen des VBRG allerdings nur bedingt vergleichbar. Der Jahresbericht fĂŒr 2025 basiert auf den Daten aus 13 der 16 BundeslĂ€nder. Bremen, Rheinland-Pfalz und das Saarland fehlen, im Jahr davor war auch Niedersachsen nicht dabei. Porath erklĂ€rt das mit der unterschiedlichen finanziellen Ausstattung der einzelnen LandesverbĂ€nde, die mitunter aus Geldmangel auf derartige Statistiken verzichten mĂŒssten.
Nach den VBRG-Daten bleibt Rassismus mit 1.729 dokumentierten Taten das hÀufigste Tatmotiv. Zudem erfassten die Beratungsstellen 325 queerfeindliche sowie 180 antisemitische Gewalttaten.
Gewaltopfer fĂŒhlen sich oft nicht ernst genommen
Die Zahlen des Verbands liegen deutlich höher als in der offiziellen Polizeistatistik; dort ist fĂŒr das Vorjahr nur von rund 1.300 rechtsextremen Gewaltdelikten die Rede. Der VBRG begrĂŒndet den Unterschied damit, dass die Ermittlungsbehörden bei der Zuordnung eines rechtsextremen Tatmotivs relativ zurĂŒckhaltend seien. Zudem wĂŒrden viele FĂ€lle gar nicht erst zur Anzeige gebracht.Â
Porath sagt, viele Betroffene fĂŒhlten sich bei Polizei und Justiz nicht ernst genommen, Angriffe wĂŒrden oft bagatellisiert und Verfahren verschleppt.
