Union und SPD planen gesetzlichen Mutterschutz fĂŒr SelbststĂ€ndige
Veröffentlicht: 09.04.2025 um 15:18 Uhr, dpa.de"Wir wollen einen Mutterschutz fĂŒr SelbststĂ€ndige analog zu den Mutterschutzfristen fĂŒr BeschĂ€ftigte einfĂŒhren", heiĂt es dazu im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD, den die drei Parteien noch absegnen mĂŒssen. Ziel sei es, "zeitnah umlagefinanzierte und andere geeignete Finanzierungsmodelle" zu prĂŒfen, um auch selbststĂ€ndigen MĂŒttern kĂŒnftig die vollen Mutterschutzleistungen zu ermöglichen.
Bislang haben selbststĂ€ndige Frauen, die ein Kind erwarten, keinen gesetzlichen Anspruch auf Mutterschutzleistungen. Das Mutterschutzgesetz, das diesen Leistungen zugrunde liegt, gilt nur fĂŒr schwangere und stillende Arbeitnehmerinnen, Auszubildende und Studentinnen.
SelbststĂ€ndige können sich dagegen lediglich freiwillig absichern, um in den sechs Wochen vor der Geburt und acht Wochen danach Ersatz fĂŒr den Verdienstausfall zu erhalten - etwa ĂŒber eine private Krankenversicherung oder die freiwillige Absicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung.
Die neue Regierungskoalition plant hier nach eigenen Angaben einen engen Austausch mit der Versicherungswirtschaft. Gemeinsam mit der Branche solle es Konzepte "fĂŒr die Absicherung der betroffenen Betriebe" geben, heiĂt es. AuĂerdem planen Union und SPD eine AufklĂ€rungskampagne zum Thema Mutterschutz.
Gestaffelter Anspruch
Erst vor wenigen Monaten hatte die zuletzt regierende Minderheitsregierung aus SPD und GrĂŒnen mit Hilfe der Union den Anspruch auf Mutterschutz ausgeweitet. Ab Juni dieses Jahres können auch Frauen Mutterschutzleistungen beziehen, die ab der 13. Woche eine Fehlgeburt erleiden.
Zuvor hatte es bei Fehlgeburten bis zur 24. Schwangerschaftswoche generell keinen Anspruch auf Mutterschutz gegeben. Die Neuregelung sieht einen gestaffelten Anspruch vor: je spÀter die Fehlgeburt, desto lÀnger der Anspruch auf Mutterschutz. Bei einer Fehlgeburt nach der 20. Schwangerschaftswoche kann eine Frau demnach bis zu acht Wochen bei vollem Lohnausgleich pausieren.
