Deutschland, Bundestag

Viele LĂ€nder verbessern Lobbyregeln - Probleme in der Praxis

Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 11:17 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Trotz verbesserter Regeln in vielen BundeslĂ€ndern sieht Transparency International weiter LĂŒcken bei der Umsetzung – besonders in ThĂŒringen, aber auch im Bund.

  • Wer nimmt in welchem Umfang Einfluss auf den Gesetzgebungsprozess? Das ist eine der Fragen, die Transparency International untersucht. (Symbolbild) - Bild: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa
    Wer nimmt in welchem Umfang Einfluss auf den Gesetzgebungsprozess? Das ist eine der Fragen, die Transparency International untersucht. (Symbolbild) - Bild: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa
  • In ThĂŒringen seien die Regeln gut, bei der Umsetzung hapere es jedoch noch, urteilt Transparency International Deutschland. (Symbolbild) - Bild: Martin Schutt/dpa
    In ThĂŒringen seien die Regeln gut, bei der Umsetzung hapere es jedoch noch, urteilt Transparency International Deutschland. (Symbolbild) - Bild: Martin Schutt/dpa
Wer nimmt in welchem Umfang Einfluss auf den Gesetzgebungsprozess? Das ist eine der Fragen, die Transparency International untersucht. (Symbolbild) - Bild: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa In ThĂŒringen seien die Regeln gut, bei der Umsetzung hapere es jedoch noch, urteilt Transparency International Deutschland. (Symbolbild) - Bild: Martin Schutt/dpa

Die Mehrheit der BundeslĂ€nder hat in den vergangenen zwei Jahren Fortschritte gemacht, was ihre Regeln fĂŒr eine transparente Politik und den Einfluss von Lobbyisten betrifft. Laut dem von Transparency International Deutschland veröffentlichten Lobbyranking 2026 haben sich 12 der 16 LĂ€nder seither leicht verbessert. Dennoch sei nun keineswegs alles gut, heißt es seitens der Organisation, vor allem, was die Anwendung in der Praxis angeht. «Selbst dort, wo Regelungen zur Lobbytransparenz existieren, mangelt es hĂ€ufig an ihrer Umsetzung», kritisiert Norman Loeckel von Transparency Deutschland. Das deutlichste Beispiel dafĂŒr sei ThĂŒringen, dort existierten «vorbildliche Regeln, die faktisch außer Kraft gesetzt sind». 

Defizite bei der praktischen Umsetzung auch im Bund erkennbar

Auch im Bund seien Vollzugsdefizite erkennbar, erklĂ€rt Loeckel. Dennoch kommt der Bund im Ranking auf einen Wert von 73 Prozent und liegt damit vor allen LĂ€ndern. In der Reihenfolge der BundeslĂ€nder steht Baden-WĂŒrttemberg mit 59 Prozent der erfĂŒllten Kriterien aktuell an der Spitze. Den zweiten Platz belegt unverĂ€ndert Bayern, das um zwei Prozentpunkte zulegen konnte und nun bei 56 Prozent liegt. Hamburg hat sich seit 2024 nach Angaben von Transparency um neun PlĂ€tze auf 50 Prozent verbessert, nachdem die Hansestadt ein Lobbyregister mit Elementen eines exekutiven Fußabdrucks beschlossen hat. 

Schlusslicht bleibt Bremen mit 15 Prozent; auch Niedersachsen verharrt trotz Verbesserungen bei den Verhaltensregeln im unteren Teil der Tabelle. ThĂŒringen rutscht auf Platz vier (43 Prozent) ab, weil seine Vorschriften zum Lobbyregister und zum legislativen Fußabdruck nach EinschĂ€tzung von Transparency Deutschland nicht ausreichend umgesetzt werden. ThĂŒringen hatte das Ranking vor zwei Jahren noch angefĂŒhrt.

Untersucht wurden vier Kriterien fĂŒr eine integre und transparente Politik: 

  • Hat ein Land ein Lobbyregister und wie ist es ausgestaltet? Unter einem Lobbyregister versteht Transparency eine öffentliche Liste der Interessenvertreter, die Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen wollen, einschließlich Angaben zu Interessen und Ressourcen. 
  • Wird das Mitwirken von Lobbyisten an Gesetzen durch einen sogenannten legislativen Fußabdruck offengelegt? Der legislative Fußabdruck soll nachvollziehbar machen, wie ein Gesetz entsteht, welche Akteure beteiligt waren und welchen Beitrag sie geleistet haben. 
  • Gibt es Karenzzeiten fĂŒr Regierungsmitglieder und Spitzenbeamte, wenn sie von der Politik in die Privatwirtschaft wechseln? 
  • Und welche Verhaltensregeln, Anzeigepflichten und Verbote beispielsweise fĂŒr NebentĂ€tigkeiten von Abgeordneten gibt es? 

Jedes dieser Kriterien fließt zu jeweils einem Viertel in die Gesamtbewertung ein. Innerhalb der Kriterien werden einzelne Anforderungen allerdings unterschiedlich gewichtet, sodass nicht allein das Vorhandensein eines Gesetzes, sondern auch dessen konkrete Ausgestaltung in die Punktzahl eingeht. FĂŒr die Bewertung prĂŒfte die Arbeitsgruppe Politik von Transparency in allen LĂ€ndern öffentlich zugĂ€ngliche Quellen und bezieht zum Vergleich auch die Regelungen des Bundes ein.

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