Tausende demonstrieren gegen KĂŒrzungen im Gesundheitswesen
10.06.2026 - 14:10:30 | dpa.deMit lauten Pfeifkonzerten haben Tausende Menschen in Hannover gegen Einschnitte in der Gesundheitsversorgung demonstriert. Unter dem Motto «Warken stoppen» richtete sich der unter anderem von der Gewerkschaft Verdi organisierte Protest gegen SparplÀne von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU).
Sowohl bei der gesetzlichen Krankenversicherung als auch der Altenpflege hĂ€tten die EntwĂŒrfe «eine erhebliche soziale Schieflage», sagte Verdi-BundesvorstĂ€ndin Sylvia BĂŒhler. «Sie sind richtig, richtig gefĂ€hrlich fĂŒr die Versorgung, fĂŒr die BeschĂ€ftigten.»Â
Neben ihr auf der BĂŒhne stand ein Aufsteller von Warken, «damit wir nicht vergessen, wer dieses fatale Gesetz auf den Weg gebracht hat», wie BĂŒhler sagte. Schon heute seien Notaufnahmen ĂŒberlastet und mĂŒssten Geburtsstationen schlieĂen, beklagten Demonstranten.Â
LĂ€nderchef: Ungerechtigkeiten mit uns nicht zu machen
UnterstĂŒtzung bekamen sie vom Vorsitzenden der Gesundheitsministerkonferenz, die heute und morgen mit Warken in Hannover tagt. Die LĂ€nder wĂŒrden Warken deutlich machen, dass «mit uns Sozialreformen, die zu groĂen Ungerechtigkeiten in dieser Gesellschaft fĂŒhren werden, nicht machbar sind», versprach Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD) auf der Kundgebung am Neuen Rathaus.
Verdi zufolge beteiligten sich dort mehr als 8.000 Menschen an der Demo. Die Polizei sprach von mehr als 7.000 Teilnehmern.
Auch am Tagungshotel der Gesundheitsminister kam es zu Protesten â dort mit einem Schwerpunkt zur Hebammenversorgung. «Ohne uns lĂ€uft nichts â auĂer Fruchtwasser» stand auf Plakaten und «KrankenhausschlieĂungen gefĂ€hrden Ihre Gesundheit».
Die Bundesregierung hatte ein Paket auf den Weg gebracht, das die gesetzlichen Kassen 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlasten soll, um ein erwartetes Defizit auszugleichen und neue Anhebungen der ZusatzbeitrĂ€ge zu vermeiden. Teil des Pakets sind Ausgabenbremsen fĂŒr Praxen, Kliniken und die Pharmabranche, aber auch höhere Zuzahlungen fĂŒr Medikamente und EinschrĂ€nkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern.
