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Studie: Viele mĂŒtterliche SterbefĂ€lle werden nicht erfasst

09.04.2025 - 06:34:05 | dts-nachrichtenagentur.de

Viele mĂŒtterliche SterbefĂ€lle werden in Deutschland offenbar nicht statistisch erfasst.

Kreißsaal (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Das zeigt die Studie eines Teams um OberĂ€rztin Josefine Königbauer von der Berliner CharitĂ©, ĂŒber die der "Spiegel" berichtet. "Wir haben die Vermutung, dass bundesweit mĂŒtterliche SterbefĂ€lle im Verborgenen bleiben", sagte Königbauer dem Nachrichtenmagazin und dem Bayerischen Rundfunk. Gemeinsam mit Kollegen hat die Medizinerin die Zahlen fĂŒr Berlin ĂŒberprĂŒft.

Dabei hat sie herausgefunden, dass in den Jahren 2019 bis 2022 mehr als doppelt so viele MĂŒtter im Zusammenhang mit der Schwangerschaft oder Geburt gestorben sind, wie im bundesweiten Schnitt zu erwarten wĂ€re. So kamen die Wissenschaftler in Berlin auf 9,1 gestorbene Frauen pro 100.000 Geburten. Königbauer und ihr Team haben dafĂŒr 2316 Berliner Todesbescheinigungen von Frauen im Alter von 15 bis 50 Jahren untersucht. Bei Kollegen fehle oft ein Bewusstsein dafĂŒr, wie wichtig es sei, die MĂŒttersterblichkeit sauber zu dokumentieren, so Königbauer. Allein in Berlin waren mehr als zwei Drittel der untersuchten Todesbescheinigungen unvollstĂ€ndig ausgefĂŒllt. "Jeder Einzelfall ist ein schweres Schicksal, das wir dokumentieren mĂŒssen, um daraus zu lernen", sagt Königbauer. "Denn viele mĂŒtterliche SterbefĂ€lle wĂ€ren vermutlich vermeidbar." In einer anderen Studie, 2021 erschienen, hat Königbauer gemeinsam mit Kollegen mĂŒtterliche SterbefĂ€lle aus Berlin nĂ€her untersucht, mit Ärzten gesprochen und Dokumente gesichtet. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass acht der 19 untersuchten FĂ€lle wohl hĂ€tten verhindert werden können. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr GynĂ€kologie und Geburtshilfe, die FachĂ€rzte in Deutschland vertritt, schreibt auf Anfrage, das Thema MĂŒttersterblichkeit werde "in Deutschland allenfalls stiefmĂŒtterlich behandelt". Es gebe in Deutschland keine offizielle Möglichkeit und Pflicht einer vollstĂ€ndigen Registrierung maternaler TodesfĂ€lle. Das Fehlen eines geeigneten Registers fĂŒhre zu einem "under-reporting" solcher FĂ€lle. Die Ärzteschaft sehe "dringlichen politischen Handlungsbedarf", um eine bundesweit verpflichtende Lösung zu finden.

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