WM, USA

Trainerwechsel nach einem WM-Spiel? Chaos bei Tunesiern

15.06.2026 - 15:51:07 | dpa.de

Die Fußball-WM hat offenbar ihren ersten Trainerwechsel. Tunesiens Coach droht seinen Job schon nach dem ersten Spiel zu verlieren.

  • Nach nur einem WM-Spiel ist Tunesiens Trainer Sabri Lamouchi seinen Job offenbar los. - Bild: Matias Delacroix/AP/dpa
    Nach nur einem WM-Spiel ist Tunesiens Trainer Sabri Lamouchi seinen Job offenbar los. - Bild: Matias Delacroix/AP/dpa
  • Nicht mehr Tunesien-Trainer? Der Franzose Sabri Lamouchi. - Bild: Eric Lalmand/Belga/dpa
    Nicht mehr Tunesien-Trainer? Der Franzose Sabri Lamouchi. - Bild: Eric Lalmand/Belga/dpa
Nach nur einem WM-Spiel ist Tunesiens Trainer Sabri Lamouchi seinen Job offenbar los. - Bild: Matias Delacroix/AP/dpa Nicht mehr Tunesien-Trainer? Der Franzose Sabri Lamouchi. - Bild: Eric Lalmand/Belga/dpa

Der WM-Teilnehmer Tunesien hat offenbar während der Fußball-Weltmeisterschaft seinen Trainer Sabri Lamouchi gefeuert. Nach dpa-Informationen reagierte die Verbandsspitze damit auf die 1:5-Niederlage der Nordafrikaner in ihrem ersten Turnierspiel gegen Schweden.

Vor den beiden letzten Gruppenspielen gegen Japan (Sonntag, 06.00 Uhr/MagentaTV) und die Niederlande (Freitag, 26. Juni/ARD und MagentaTV) soll der erfahrene Mondher Kbaier das Team übernehmen. Der 56-Jährige trainierte die Nationalmannschaft Tunesiens bereits von 2019 bis 2022 und arbeitete danach für die Clubteams Raja Casablanca in Marokko sowie Club Africain in Tunis. Als Technischer Direktor des Verbands war Kbaier bereits mit dem Team zu dieser Weltmeisterschaft gereist.

Bei der WM 2022 in Katar hatten die Tunesier in der Vorrunde noch den späteren Finalisten Frankreich besiegt. Vier Jahre später geriet der Auftakt gegen Schweden jedoch zum Debakel für das Team der beiden Bundesliga-Profis Rani Khedira (1. FC Union) und Ellyes Skhiri (Eintracht Frankfurt).

Debakel gegen Schweden

Im mexikanischen Monterrey erzielten zweimal Yasin Ayari (7./90.+6), Alexander Isak (30.), Viktor Gyökeres (59.) und Mattias Svanberg die Tore für die Skandinavier. Der frühere Herthaner Omar Rekik traf für Tunesien (43.).

«Das ist eine schmerzliche Niederlage. Sie tut weh. Den Wettbewerb mit einer solch herben Niederlage zu beginnen, ist schwer», sagte Lamouchi hinterher. Da ahnte der 54-jährige Franzose noch nicht, dass er gerade seine wohl letzte Pressekonferenz als Trainer Tunesiens gab.

Übernommen hatte Lamouchi diese Aufgabe erst vor fünf Monaten im Januar dieses Jahres. In den fünf Länderspielen seiner kurzen Amtszeit gab es nur einen Sieg gegen den WM-Außenseiter Haiti (1:0).

Schwieriger Kader

Tunesische Medien schrieben schon vor Beginn der Weltmeisterschaft von einem schwer zu führenden Team, in dem erfahrene und neu berufene Spieler kaum harmonieren und in dem Lamouchis Vorgänger den nötigen Umbruch immer wieder hinauszögerte. Schon der Afrika-Cup im vergangenen Winter endete mit einem enttäuschenden Achtelfinal-Aus gegen Mali.

Lamouchi selbst war während seiner aktiven Karriere ein technisch begnadeter Spieler, der es in seiner Profilaufbahn unter anderem zu AS Monaco, AC Parma, Inter Mailand und Olympique Marseille schaffte. Doch schon bei einigen seiner vorherigen Trainerstationen hatte er viel Pech.

Schon Pech bei WM 2014

Die Elfenbeinküste führte der Franzose zur WM 2014 in Brasilien. Nach einem Auftaktsieg gegen Japan schied man im letzten Vorrunden-Spiel trotzdem noch aus, weil Gegner Griechenland in der Nachspielzeit zum 2:1 traf.

Den englischen Traditionsclub Nottingham Forest führte Lamouchi 2020 beinahe zum Premier-League-Aufstieg. Doch dann brach die Coronapandemie aus - und sein Team nach der Zwangspause komplett ein.

Den schnellsten Trainerwechsel bei einer WM erlebte Lamouchi immerhin nicht. 2018 in Russland trennten sich die Spanier sogar schon zwei Tage vor dem ersten Spiel von ihrem damaligen Coach Julen Lopetegui. Zuvor waren Verhandlungen zwischen ihm und Real Madrid publik geworden.

de | sport | 69544991 |

Weitere Meldungen

Tunesiens Trainer nach WM-Auftaktpleite vor dem Rauswurf. Vieles spricht dafür, dass Trainer Sabri Lamouchi während des Turniers entlassen wird. Sein Nachfolger soll bereits feststehen. Tunesien könnte bei der Fußball-WM für ein Kuriosum sorgen. (Sport, 15.06.2026 - 15:10) weiterlesen...

Nagelsmanns Belohnung nach einem WM-Turbostart zum Träumen. Während des Fluges gewinnt auch die Elfenbeinküste. Wie es nach dem besonderen 7:1-Ergebnis nun weitergeht. Nach der Tor-Party gegen Curaçao reist der DFB-Tross sofort zurück ins WM-Camp. (Sport, 15.06.2026 - 09:36) weiterlesen...

Das WM-Märchen des Nathaniel Brown: Alle lieben «Nene». Was den Linksverteidiger so besonders macht und wie sich sein Verhältnis zu Manuel Neuer verändert hat. Nathaniel Brown sorgt bei der WM für Begeisterung. (Politik, 15.06.2026 - 08:54) weiterlesen...

Dribbler Diomande: Leipziger verzückt die Elfenbeinküste. Hinten wirken die «Elefanten» jedoch anfällig. Auf ihn wird sich die deutsche Elf einstellen müssen: RB-Profi Yan Diomande ist beim Sieg der Ivorer gegen Ecuador auch ohne Tor der Unterschiedsspieler. (Sport, 15.06.2026 - 07:53) weiterlesen...

Sieben Tore, sechs Schützen: Der «gute Mix» im DFB-Team. Aber «sieben Tore musst du erstmal schießen», sagt Julian Nagelsmann. Warum ihm die vielen verschiedenen Schützen und auch die Art der Tore so wichtig sind. Okay, es war nur Curaçao. (Politik, 15.06.2026 - 06:28) weiterlesen...

Isak und Gyökeres treffen: Schweden deklassiert Tunesien. Im mexikanischen Monterrey starten die Skandinavier stark ins XXL-Turnier. Auf die beiden Topstars ist Verlass. Ein tunesischer Bundesligaspieler patzt. Bei der WM in Katar war Schweden nicht dabei. (Sport, 15.06.2026 - 05:58) weiterlesen...