Studie, SportstÀtten

Studie: Viele SportstÀtten in besorgniserregendem Zustand

12.01.2025 - 01:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Eine neue Untersuchung untermauert den zum Teil besorgniserregenden Zustand von SportstÀtten in deutschen StÀdten, Gemeinden und Landkreisen.

Tennis (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Wie aus der neuen Studie des Deutschen Instituts fĂŒr Urbanistik (Difu) im Auftrag der Kreditanstalt fĂŒr Wiederaufbau (KfW) hervorgeht, ĂŒber die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagsausgaben) berichten, kommt es in 40 Prozent der Kommunen bereits jetzt vor, dass einzelne Sportangebote wegen des baulichen Zustands der Sportanlagen nicht stattfinden können. 36 Prozent der Kommunen befĂŒrchten, dass sie das Sportangebot wegen bröckelnder Hallen und SportbĂ€der in den kommenden Jahren reduzieren mĂŒssen, heißt es in der Erhebung. 59 Prozent der befragten StĂ€dte, Gemeinden und Landkreise gab an, dass der InvestitionsrĂŒckstand bei Sporthallen "gravierend" oder "nennenswert" sei, bei HallenbĂ€dern sagten das sogar 62 Prozent. Besonders der Schwimmsport ist demnach betroffen.

Geschehe nichts, mĂŒssten in den nĂ€chsten drei Jahren den Kommunen zufolge fast jedes siebte Hallenbad (13,4 Prozent) und jedes sechste Freibad (15,9 Prozent) geschlossen werden. Der Deutsche StĂ€dte- und Gemeindebund (DStGB) spricht angesichts der Zahlen von einer "dramatischen Entwicklung". "Mehr als ein Drittel der Kommunen sehen eine Reduzierung des Angebots als dringend notwendig an. Zudem wird vielerorts etwa davon ausgegangen, dass weitere Frei- und HallenbĂ€der geschlossen werden mĂŒssen: Das ist ein fatales Signal an den Breitensport und den Schwimmunterricht", sagte DStGB-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer AndrĂ© Berghegger den Funke-Zeitungen. Gleichzeitig forderte Berghegger Bund und LĂ€nder auf, die finanzielle UnterstĂŒtzung fĂŒr Neubauten und Sanierungen sicherzustellen. Eine große Investitionsoffensive in die Sportinfrastruktur sei unausweichlich. "Dabei sollte auf kleinteilige Förderprogramme verzichtet und stattdessen auf Budgets fĂŒr die Kommunen gesetzt werden. Wir brauchen dringend einen `Entwicklungsplan Sport`, der die Investitionen in die Sportinfrastruktur auch und gerade im Breitensport ermöglicht und eine tragfĂ€hige Finanzierungsbasis schafft", sagte er. Das Difu hatte im Oktober des vergangenen Jahres 307 StĂ€dte, Gemeinden und Landkreise zur Situation der kommunalen Sportanlagen befragt. Die Erhebung sei zwar nicht bundesweit reprĂ€sentativ, vermittele jedoch einen belastbaren Eindruck der kommunalen Wahrnehmung, heißt es von der KfW. Stefanie Brilon, Kommunalexpertin bei der deutschen Förderbank, erklĂ€rte angesichts der Zahlen, dass Teile des Sportangebots in den Kommunen in Gefahr seien. "Es gibt einen großen Investitionsstau", so Brilon gegenĂŒber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Das zuletzt veröffentlichte KfW-Kommunalpanel wies fĂŒr das Jahr 2023 ĂŒber alle kommunalen Aufgaben hinweg einen wahrgenommenen InvestitionsrĂŒckstand in Höhe von 186,1 Milliarden Euro aus. Das sei im Vergleich zum Jahr davor ein Anstieg um 12,4 Prozent gewesen. Auf den Sportbereich entfiel dabei ein Investitionsbedarf von 12,12 Milliarden Euro. Kommunen investieren dabei durchaus in neue Hallen oder auch BĂ€der. Im vergangenen Jahr waren der KfW zufolge Investitionen im Bereich der Sportinfrastruktur fĂŒr rund 3,9 Milliarden Euro geplant. Das entspreche zwar nominal einem Anstieg, aufgrund der zum Teil drastischen Preissteigerungen im Baugewerbe sei jedoch real von einem RĂŒckgang der Investitionen auszugehen. In Deutschland befinden sich knapp zwei Drittel aller Sportanlagen in kommunaler TrĂ€gerschaft. 30 Prozent davon sind 40 Jahre oder Ă€lter, heißt es vom Deutschen StĂ€dte- und Gemeindebund. Laut Deutschem Olympischen Sportbund (DOSB) gibt es hierzulande rund 86.000 Sportvereine mit derzeit mehr als 28 Millionen Mitgliedern. Rund 58 Prozent der Vereine nutzen eigenen Angaben zufolge kommunale Sportanlagen fĂŒr ihr Angebot. GrundsĂ€tzlich planen der Difu-Befragung zufolge 29 Prozent der teilnehmenden Kommunen, die Zahl der SportstĂ€tten auszubauen. Laut Befragung verfĂŒgt nahezu jede befragte Kommune (94 Prozent) ĂŒber Sporthallen, knapp gefolgt von SportplĂ€tzen (92 Prozent). Etwas mehr als die HĂ€lfte der teilnehmenden Kommunen verfĂŒgt ĂŒber FreibĂ€der und 46 Prozent ĂŒber HallenbĂ€der. Sonstige SportstĂ€tten, wie Reithallen und BolzplĂ€tze, sind in etwa 21 Prozent, sowie Eissporthallen in acht Prozent der teilnehmenden Kommunen vorhanden. Diese Anteile wĂŒrden sich laut KfW kaum zwischen Ost und West unterscheiden. Lediglich der Anteil der Kommunen, in denen es ein Hallenbad gibt, ist im Osten mit rund 34 Prozent deutlich geringer als im Westen (49 Prozent), so die Förderbank. Mit Blick auf einen geplanten Ausbau des SportstĂ€ttenangebots spielt der Studie zufolge vor allem die GrĂ¶ĂŸe der jeweiligen Kommune eine Rolle: 78 Prozent aller StĂ€dte mit mehr als 50.000 Einwohnern planen aktuell den Bau neuer SportstĂ€tten in den kommenden Jahren. Es folgen Kommunen mit 20.000 bis 50.000 Einwohnern (45 Prozent). Bei Kommunen mit 2.000 bis 5.000 Einwohnern berichten hingegen nur neun Prozent von einem solchen Vorhaben. Bei Landkreisen will ein gutes Drittel Investitionen in dem Bereich tĂ€tigen - wenn Geld vorhanden ist. Mit Blick auf die Frage, wie die FinanzierungslĂŒcke zu schließen ist, ist man sich auf kommunaler Ebene grĂ¶ĂŸtenteils einig: 76 Prozent der befragten Kommunen sehen eine Lösung vor allem in einer besseren Grundfinanzierung von Kommunen, gefolgt von weniger BĂŒrokratie in Förderprogrammen (55 Prozent). Auch ein geringerer Eigenanteil (31 Prozent) und die Aufstockung der Investitionshilfen von Bund und LĂ€ndern (29 Prozent) werden als hilfreich angesehen.

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