Studie: Viele Heterosexuelle erleben auch gleichgeschlechtliche Anziehung
Veröffentlicht am: 24.06.2024 um 09:35 Uhr | presseportal.deEine neue Umfrage der psychologischen Partnervermittlung Gleichklang.de zeigt, dass mehr als jede dritte Frau und jeder sechste Mann unter Heterosexuellen heteroflexibel ist und sich damit auch durch gleichgeschlechtliche Personen erotisch angezogen fĂŒhlen kann. Diese Gruppe zeigt signifikante Unterschiede in ihren Beziehungserfahrungen und BeziehungswĂŒnschen im Vergleich zu nicht-heteroflexiblen Personen.
Gleichklang-Umfrage
Eine Umfrage, durchgefĂŒhrt von dem Psychologen Dr. Guido F. Gebauer fĂŒr die psychologische Partnervermittlung Gleichklang.de unter 1043 heterosexuellen Teilnehmern, liefert neue Einsichten in die Vielfalt sexueller Orientierungen und BeziehungswĂŒnsche.
Die Stichprobe umfasste 500 heterosexuelle Frauen und 543 heterosexuelle MĂ€nner. Das Durchschnittsalter der Befragten lag bei 53 Jahren, wobei die Altersspanne von 24 bis 82 Jahren reichte.
Frauen sind hÀufiger heteroflexibel
Von den Frauen gaben 34,0% an, heteroflexibel zu sein, wÀhrend bei den MÀnnern 17,5% diese Selbstkategorisierung vornahmen.
Der signifikante Geschlechterunterschied weist darauf hin, dass heterosexuelle Frauen öfter fĂŒr gleichgeschlechtliche sexuelle Anziehung aufgeschlossen sind als heterosexuelle MĂ€nner.
Heteroflexible haben öfter nicht-monogame Beziehungen
Die Studie ergab zudem, dass heteroflexible Frauen und MÀnner hÀufiger Erfahrungen mit konsensuellen Nicht-Monogamieformen - wie offenen oder polyamoren Beziehungen - hatten als nicht-heteroflexible MÀnner und Frauen:
Die statistische Analyse ergab, dass MĂ€nner statistisch signifikant hĂ€ufiger als Frauen ĂŒber konsensuell nicht-monogame Beziehungserfahrungen berichteten. HeteroflexibilitĂ€t erhöhte auĂerdem bei beiden Geschlechtern signifikant die HĂ€ufigkeit offener oder polyamorer Beziehungserfahrungen.
Heteroflexible wĂŒnschen sich mehr Nicht-Monogamie
Diese Unterschiede in den Beziehungserfahrungen spiegelten sich ebenfalls in den BeziehungswĂŒnschen wider:
Heteroflexible sind öfter polypartnersexuell orientiert
Die Untersuchung ergab auĂerdem, dass heteroflexible Personen sich hĂ€ufiger als polypartnersexuell beschrieben, was bedeutet, dass sie dauerhaft mit Sex mit nur einer Person nicht zufrieden werden:
Die statistische Analyse zeigte, dass MÀnner sich statistisch signifikant hÀufiger als polypartnersexuell bezeichneten als Frauen, wobei HeteroflexibilitÀt aber bei beiden Geschlechtern den Anteil der polypartnersexuellen Personen signifikant erhöhte.
HeteroflexibilitÀt hat keinen Einfluss auf sexuelle Zufriedenheit
Die Befragten gaben ebenfalls an, wie konsistent ihr bisheriges Sexualleben mit ihren sexuellen WĂŒnschen gewesen sei:
JĂŒngere Menschen sind hĂ€ufiger heteroflexibel
Es zeigte sich zudem ein signifikanter Einfluss des Alters auf die HÀufigkeit von HeteroflexibilitÀt bei beiden Geschlechtern:
Bildungsgrad hat keinen Einfluss
DemgegenĂŒber ĂŒbte der Bildungsstand keinen Einfluss aus.
Politische Einstellungen bei Frauen relevant
Interessanterweise zeigte sich ein Zusammenhang zwischen politischer Einstellung und HeteroflexibilitÀt bei den Frauen, nicht jedoch bei den MÀnnern:
Psychologisches ResĂŒmee
Dr. Guido F. Gebauer betont: "Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die traditionelle Vorstellung von HeterosexualitĂ€t oft die Vielfalt sexueller Orientierungen unterschĂ€tzt. Unter den Heterosexuellen ist noch einmal zwischen rein Heterosexuellen und Heteroflexiblen zu unterscheiden. Wird dies nicht erfragt, geht der Unterschied unter und alle Heterosexuellen erscheinen irrtĂŒmlich als gleich. Heteroflexible Personen sind eine relevante Untergruppe der Heterosexuellen, die deutliche Unterschiede in ihren Beziehungsmustern und BeziehungswĂŒnschen zeigen. Insbesondere haben sie eine stĂ€rkere Neigung zu konsensuellen Nicht-Monogamieformen und polypartnersexueller Orientierung."
Laut Gebauer legt die Studie nahe, dass eine Ăbereinstimmung in den sexuellen ErlebensbedĂŒrfnissen entscheidend fĂŒr die sexuelle Zufriedenheit sei. Daher sei es fĂŒr ein glĂŒckliches Sexualleben wichtig, sich der eigenen PrĂ€ferenzen bewusst zu sein und nach Partnern zu suchen, mit denen diese umsetzbar seien. Bei der Partnersuche gehe es daher auch darum, auf eine harmonische Ăbereinstimmung der sexuellen WĂŒnsche zu achten.
Schlussfolgerung
Die Ergebnisse dieser Umfrage bieten einen Einblick in die Vielfalt innerhalb der sexuellen Erlebensweisen heterosexueller Personen. Deutlich wird die Bedeutung einer offenen und diversitĂ€tsbewussten Betrachtung sexueller Orientierungen und BeziehungswĂŒnsche selbst innerhalb der Gruppe derjenigen Personen, die sich selbst als heterosexuell betrachten.
Die Ergebnisse der Umfrage geben daher Anlass zur weiteren Erforschung der Dynamiken innerhalb von Beziehungen und bieten Orientierung fĂŒr zukĂŒnftige Debatten ĂŒber sexuelle IdentitĂ€ten und deren Einfluss auf Beziehungsgestaltung und sexuelle Zufriedenheit.
FĂŒr angewandte Bereiche, wie das Online-Dating, weisen die Befunde auf die Notwendigkeit hin, innerhalb der Heterosexuellen zwischen heteroflexiblen und nicht-heteroflexiblen Personen zu unterscheiden.
WeiterfĂŒhrende Informationen zu Stichprobe, ReprĂ€sentativitĂ€t und weiteren Auswertungen finden sich in diesem Artikel im Gleichklang-Blog.
Pressekontakt:
Dr. Guido F. Gebauer
Gleichklang limited
Oesterleystr 1
30171 Hannover
Tel.: +49 (0)15228973672
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