Experte: Kaum noch Hoffnung fĂŒr zwei Vermisste in Laos-Höhle
29.05.2026 - 05:24:59 | dpa.deIm dramatischen Höhlendrama in Laos schwinden die Hoffnungen, zwei weiterhin vermisste Goldsucher lebend zu finden. RettungskrĂ€fte hĂ€tten inzwischen rund 95 Prozent des ĂŒberfluteten Tunnelsystems durchsucht, bislang aber keine Spur der beiden MĂ€nner entdeckt, sagte der bekannte finnische Höhlentaucher Mikko Paasi dem Sender ThaiPBS World. «Wir haben nicht mehr viele Orte ĂŒbrig, an denen wir suchen können», erklĂ€rte der Experte. Die Chancen seien «sehr gering».
Paasi gilt als einer der erfahrensten Höhlentaucher weltweit und hilft bei der Koordination der Mission in Laos. Bereits bei der erfolgreichen Rettung eines in der Tham-Luang-Höhle in Thailand eingeschlossenen JugendfuĂballteams im Jahr 2018 spielte er eine entscheidende Rolle. Als am Mittwoch fĂŒnf der in Laos Eingeschlossenen lebend entdeckt wurden, war er an vorderster Front dabei.
Es gebe in den bislang unzugĂ€nglichen Bereichen der Höhle keine trockenen Stellen, an denen Menschen eine Woche lang hĂ€tten ĂŒberleben können, betonte Paasi mit Blick auf die zwei als verschollen geltenden MĂ€nner. Auch hĂ€tten die fĂŒnf Ăberlebenden selbst nicht gewusst, dass zwei weitere Personen vermisst wĂŒrden.Â
«Wir tasten mit Armen und Beinen»
Derweil arbeiten die EinsatzkrÀfte fieberhaft daran, die MÀnner aus der Höhle in der nördlichen Provinz Xaisomboun zu bergen. Die Gruppe sitzt seit zehn Tagen Hunderte Meter vom Eingang fest, nachdem heftige RegenfÀlle die Goldmine geflutet und einen Erdrutsch ausgelöst hatten. Kollegen, die sich retten konnten, hatten Alarm geschlagen.
Die Rettung gilt als extrem gefĂ€hrlich. Nach Angaben der Taucher herrscht in den engen Tunneln praktisch keine Sicht. «Unter Wasser tasten wir mit Armen und Beinen», sagte Paasi. Teilweise mĂŒssten Taucher sogar ausatmen, um sich durch die engen Passagen zwĂ€ngen zu können. Zudem bestehe bei Regen jederzeit die Gefahr neuer Ăberflutungen oder EinstĂŒrze.
Die Retter erwĂ€gen zwei Möglichkeiten: Entweder soll weiter Wasser aus der Höhle gepumpt werden, oder die Ăberlebenden mĂŒssen durch die ĂŒberfluteten Tunnel tauchend herausgebracht werden - obwohl sie damit keine Erfahrung haben. Das Abpumpen wĂ€re laut Paasi die sicherere Lösung, habe bislang wegen der engen SchĂ€chte aber kaum funktioniert.Â
Eingeschlossene sind körperlich und mental stabil
Die fĂŒnf Ăberlebenden seien jedoch körperlich und mental erstaunlich stabil. Als Bergarbeiter seien sie an enge unterirdische RĂ€ume gewöhnt und litten nicht unter Platzangst, sagte Paasi. Auch hĂ€tten sie ausreichend Nahrung und Wasser dabeigehabt, weil sie ohnehin mehrere Tage in der Mine verbringen wollten.Â
Nach Angaben einer thailÀndischen Rettungsorganisation wurden inzwischen weitere internationale Spezialisten angefordert. Unter anderem werden Experten aus Malaysia, Japan und Frankreich erwartet. Auch der australische Tauchspezialist Josh Richards ist auf dem Weg.
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