Ermittler finden schwere MĂ€ngel nach Feuer in Bangkok
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 05:45 Uhr, dpa.deBlockierte Fluchtwege, fehlender Brandschutz und möglicherweise unerlaubte Umbauten: Nach dem verheerenden Feuer mit Dutzenden Toten in einem Lokal in Bangkok haben Ermittler zahlreiche mögliche SicherheitsmĂ€ngel festgestellt. Derweil ist die Zahl der Toten auf 30 gestiegen, wie die Zeitung «Bangkok Post» unter Berufung auf die Stadtverwaltung berichtete. Noch immer konnten demnach nicht alle Opfer identifiziert werden. Mehr als 70 weitere Menschen wurden verletzt, rund 20 davon schwer.Â
Nach Angaben des thailĂ€ndischen Innenministeriums war ein Fluchtweg an der RĂŒckseite des Lokals durch einen SĂŒĂwarenstand blockiert. Ein weiterer Notausgang war zudem mit einem Schild «Nicht öffnen (nur fĂŒr Personal)» gekennzeichnet, was flĂŒchtende GĂ€ste offenbar zusĂ€tzlich verwirrte.
Kurzschluss als Auslöser?
Das Feuer war am spĂ€ten Sonntagabend plötzlich ausgebrochen, als gerade eine Live-Band in dem Pub Rong Beer Na Ladprao spielte. Zahlreiche GĂ€ste flĂŒchteten daraufhin fatalerweise in den hinteren Teil des GebĂ€udes, in die NĂ€he der Toiletten â fanden dort aber kein Entkommen. Das Lokal liegt im Stadtteil Chatuchak, den auch viele Thailand-Touristen wegen seines bekannten Wochenendmarktes besuchen.Â
Nach ersten Erkenntnissen könnte das Feuer durch einen Kurzschluss an einer Klimaanlage ĂŒber der Decke ausgelöst worden sein. BestĂ€tigt ist die Brandursache jedoch noch nicht. Die Flammen breiteten sich nach Behördenangaben rasch aus, weil im GebĂ€ude und bei der Inneneinrichtung keine feuerhemmenden Materialien verwendet worden seien.
Nach Angaben der Polizei verfĂŒgte das Lokal zwar ĂŒber zwei EingĂ€nge an der Vorderseite und zwei AusgĂ€nge im hinteren Bereich. Einer der AusgĂ€nge sei jedoch durch einen Verkaufsstand versperrt gewesen. Ein weiterer habe keinen TĂŒrgriff gehabt und sei zusĂ€tzlich durch Regale blockiert worden, so dass nur ein schmaler Durchgang geblieben sei, zitierte die «Bangkok Post» Polizeichef Kittharath Punpetch. Die Ermittler vermuten, dass dichter Rauch und der Stromausfall den Menschen die Orientierung nahmen.
Wurden AusgÀnge vorsÀtzlich verschlossen?
Die Polizei untersucht zudem Berichte, wonach Mitarbeiter AusgĂ€nge verschlossen haben sollen, um zu verhindern, dass GĂ€ste das Lokal verlassen, ohne ihre Rechnung zu bezahlen. DafĂŒr gibt es bislang jedoch keine BestĂ€tigung.
Die Behörden prĂŒfen auĂerdem, ob das Lokal ĂŒberhaupt rechtmĂ€Ăig als VergnĂŒgungsstĂ€tte betrieben wurde. Nach ersten Erkenntnissen lag lediglich eine Genehmigung als Restaurant mit Live-Musik vor. Zudem untersuchen die Ermittler, ob unerlaubte Umbauten vorgenommen wurden und ob VersĂ€umnisse bei Genehmigungen oder Kontrollen zu der Katastrophe beigetragen haben.
