Steinmeier wĂŒrdigt SolidaritĂ€t nach Ahrtalflut
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 13:38 Uhr, dpa.deBundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier hat am fĂŒnften Jahrestag der verheerenden Flut in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen den Zusammenhalt und die SolidaritĂ€t nach der Katastrophe gewĂŒrdigt. «Ein solcher Jahrestag ist kein einfacher Tag. Man möchte nach vorne schauen, aber gleichzeitig spĂŒrt man den Schmerz noch», sagte Steinmeier bei der Eröffnung der Fotoausstellung «We Ahr Strong. FĂŒnf Jahre, ein neuer Blick» in Altenahr im Kreis Ahrweiler. In der Kapelle des Friedhofs in Ahrweiler legte Steinmeier zudem einen Kranz nieder.Â
Die Ausstellung zeigt PortrÀts von Menschen aus der Region und erzÀhlt unter anderem, was ihnen in der schweren Zeit geholfen hat, worauf sie stolz oder welche Zukunftsvisionen sie haben. Der BundesprÀsident unterhielt sich mit einigen der PortrÀtierten und hörte sich ihre Geschichte an.
«FĂŒnf Jahre spĂ€ter ist der Schmerz und das Leid nicht vergessen. Aber wenn wir hier sind, dann erinnern wir nicht nur an den Ort einer Katastrophe, sondern auch an einen Ort, der ein beeindruckendes MaĂ an SolidaritĂ€t erfahren hat», sagte Steinmeier bei seinem nach eigener Aussage fĂŒnften Besuch im Ahrtal. «Wenn wir heute zurĂŒckschauen, hat dieser Ort eine furchtbare Katastrophe erlebt, aber er ist auch ein Ort, der fĂŒr SolidaritĂ€t steht, fĂŒr WĂŒrde, ich glaube inzwischen auch fĂŒr Stolz.»
MinisterprĂ€sident Gordon Schnieder (CDU) betonte bei der Ausstellung, dass hinter jeder Opferzahl das Schicksal eines Menschen und einer Familie stehe. Das Gedenken und Erinnern sei wichtig, um dem Schmerz Raum zu geben.Â
«Das Erlebte hat uns verÀndert»
Die parteilose LandrĂ€tin des Kreises Ahrweiler, Cornelia Weigand, hat die Flut miterlebt. «Bis heute sind die Folgen in der Landschaft, in unseren Dörfern und StĂ€dten sichtbar, das Erlebte hat auch uns Menschen verĂ€ndert», sagte sie in einer Rede bei der Eröffnung. Die Ausstellung zeige, dass von der Flut mehr geblieben sei als Zerstörung. Und doch: «Manche Verluste sind unersetzlich.» Im Ahrtal sei sichtbar geworden, wie viel Menschen bereit sind, in der Not fĂŒreinander zu tun.Â
Gleichzeitig sieht Weigand die Ausstellung als Mahnung, die Flutkatastrophe nicht zu vergessen. «Egal, wie viel Schutz wir hier bauen und wie viel Raum wir der Ahr flussaufwĂ€rts geben: Es wird nicht reichen, um hier die Investitionen, die Anstrengungen der Menschen (...), ausreichend vor einem neuen hundertjĂ€hrlichen Hochwasser schĂŒtzen zu können.» Daher bitte Weigand den Bund um Ăffnung der Aufbauhilfefonds fĂŒr HochwasserrĂŒckhaltebecken.Â
Die Flut nahm mehr als 180 Menschenleben
Die Flut in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen war eine der verheerendsten Naturkatastrophen in der jĂŒngeren deutschen Geschichte. Nach Starkregen verwandelte sich die Ahr in eine verheerende Sturzflut, die mehr als 180 Menschen das Leben kostete - 136 in Rheinland-Pfalz und 49 in Nordrhein-Westfalen. Eine Person aus der Ahr-Region gilt bis heute als vermisst. Viele Ăberlebende kĂ€mpfen noch immer mit psychischen Folgen.
Die Flut riss Autos, HĂ€user und Leben mit sich und zerstörte die Infrastruktur weitgehend. FĂŒnf Jahre nach der Flut ist der Wiederaufbau noch nicht abgeschlossen. Bei BrĂŒcken, Schulen, KrankenhĂ€usern und kommunaler Infrastruktur laufen noch zahlreiche Projekte. Die Bahn fĂ€hrt seit einigen Monaten wieder regulĂ€r auf allen Strecken.
