Arbeitsschutz, Bundeskabinett

Arbeitsschutz: Bundeskabinett erkennt Parkinson als Berufskrankheit an

10.06.2026 - 18:06:20 | boerse-global.de

Studie zeigt: Routine ist Hauptursache für unsichere Arbeitssituationen. KI und neue Kontrollen sollen den Arbeitsschutz verbessern.

Arbeitssicherheit: Routine als Risiko für Beschäftigte
Arbeitsschutz - Nahaufnahme von Händen in dicken Schutzhandschuhen, die sorgfältig Abfall in einer Recyclinganlage sortieren. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das zeigt eine aktuelle Studie des niederländischen Instituts RIVM. Für die Untersuchung wurden über 800 Personen befragt. Gerade erfahrene Arbeitskräfte und Heimwerker neigen demnach zu erhöhter Risikobereitschaft. Als Hauptgründe nennen die Forscher das eigene Verhalten, soziale Normen und vor allem Routine. Besonders Männer und Menschen über 65 Jahre berichten häufiger von riskanten Situationen.

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Ob Routine oder Unachtsamkeit – viele Unfälle lassen sich durch systematische Prävention vermeiden. Dieser kostenlose Report liefert bewährte Hilfsmittel, die in der Praxis und vor Behörden standhalten. Warum erfahrene Sifas bei der Gefährdungsbeurteilung auf diese Vorlagen schwören

Wie real die Gefahr ist, zeigt ein Vorfall Anfang Juni im Kreis Soest. Ein Mitarbeiter des Entsorgungsunternehmens Remondis verletzte sich bei der Abfuhr von Wertstoffen schwer an der Hand. Ein Messer im Gelben Sack hatte das verursacht – unsachgemäß entsorgt. Entsorgungsbetriebe appellieren daher an die korrekte Mülltrennung, um das Personal zu schützen.

Schärfere Kontrollen auf der Kieler Woche

Die Staatliche Arbeitsschutzbehörde (LASG) hat für Juni 2026 verstärkte Kontrollen auf der Kieler Woche angekündigt. Der Fokus liegt auf dem Auf- und Abbau von Fahrgeschäften und Bühnen. Hintergrund sind bundesweit schwere und teils tödliche Absturzunfälle bei Schaustellern. Bereits in den Vorjahren gab es Mängel, die zu Tätigkeitsuntersagungen und Bußgeldern führten. Die Kontrollen sind Teil der seit 2025 laufenden Kampagne „Märkte und Volksfeste“.

KI soll Arbeitsschutz revolutionieren

Die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) setzt auf Künstliche Intelligenz. KI-Anwendungen könnten Gefährdungen schneller erkennen und den Verwaltungsaufwand bei Gefährdungsbeurteilungen reduzieren. Die BG ETEM bietet bereits digitale Assistenten und ein KI-gestütztes Serviceportal an.

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Moderne Tools können den Arbeitsschutz erleichtern, doch die rechtssichere Dokumentation bleibt die Basis jeder Sicherheit. Nutzen Sie kostenlose Vorlagen und Checklisten, um Zeit zu sparen und rechtliche Risiken bei der GBU zu vermeiden. Gefährdungsbeurteilung: So erstellen Sie GBUs, die Aufsichtsbehörden sofort anerkennen

Doch Vorsicht: „KI-Ergebnisse können fehlerhaft sein", betont die Berufsgenossenschaft. Die Technologie diene lediglich als Unterstützung, nicht als Ersatz für Fachpersonal. Das menschliche Urteilsvermögen bleibe unverzichtbar.

Neue Rechte für Land- und Forstwirte

Das Bundeskabinett hat Ende Mai 2026 einen wichtigen Beschluss gefasst: Parkinson wird als Berufskrankheit anerkannt – sofern ein nachgewiesener Kontakt zu Pestiziden vorlag. Betroffene im Gartenbau, in der Forstwirtschaft und in der Schädlingsbekämpfung haben damit Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung, darunter Rehabilitation und Rentenzahlungen.

Schutzausrüstung: Weltweit ein Problem

Während Europa über technologische Lösungen diskutiert, zeigt die Lage im Kongo die existenzielle Bedeutung von Schutzausrüstung. Beim aktuellen Ebola-Ausbruch im Osten des Landes mangelt es massiv an Stiefeln und Schutzanzügen. Die Kosten für Schutzanzüge sind um rund 40 Prozent gestiegen. Bereits mehrere Dutzend Gesundheitsmitarbeiter haben sich infiziert, es gibt Todesfälle. Internationale Hilfskürzungen verschärfen die Situation zusätzlich.

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