Arbeitssicherheit: TRBS 1116 schÀrft Dokumentation ab Juli
03.07.2026 - 06:12:44 | boerse-global.de
Seit dem 1. Juli 2026 gelten in Deutschland verschĂ€rfte Anforderungen an die Dokumentation der Arbeitssicherheit. Mit der Technischen Regel fĂŒr Betriebssicherheit (TRBS) 1116 mĂŒssen Arbeitgeber die Qualifikation jedes Mitarbeiters fĂŒr jedes genutzte ArbeitsgerĂ€t explizit nachweisen.
Die Neuregelung ergĂ€nzt die bestehenden Vorschriften der DGUV Vorschrift 3. Sie unterstreicht die wachsende Bedeutung der rechtssicheren Dokumentation bei der PrĂŒfung ortsfester elektrischer Anlagen und Maschinen.
Rekordniveau bei MÀngeln in der GebÀudetechnik
Zeitgleich mit den neuen Pflichten zeigt der Baurechtsreport 2026 des TĂV-Verbands einen massiven Sanierungsstau. Die MĂ€ngelquote bei sicherheitsrelevanter GebĂ€udetechnik erreichte im PrĂŒfjahr 2025 ein Rekordniveau von 35,9 Prozent. Zum Vergleich: 2020 lag die Quote noch bei 26,1 Prozent.
Besonders betroffen sind Brandmeldeanlagen, Sicherheitsbeleuchtung und LĂŒftungssysteme. Als Hauptursachen nennen die Experten die fortschreitende Alterung der Anlagen, den FachkrĂ€ftemangel sowie gestiegenen Kosten- und Zeitdruck bei der Wartung.
PrĂŒfintervalle und digitale Nachweise
Die GefĂ€hrdungsbeurteilung durch den Arbeitgeber bleibt das zentrale Instrument zur Festlegung der PrĂŒffristen. In der Praxis haben sich Intervalle von bis zu 24 Monaten in BĂŒroumgebungen und 12 Monaten in Produktionsbetrieben etabliert.
Entscheidend ist die sogenannte 2-Prozent-Regel: Ăbersteigt die Fehlerquote bei einer PrĂŒfung diesen Schwellenwert, muss das Intervall fĂŒr die folgende PrĂŒfung zwingend verkĂŒrzt werden.
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Parallel plant die Bundesregierung eine Entlastung der Betriebe durch eine Novelle der Gewerbeordnung. Die EinfĂŒhrung digitaler Nachweise soll jĂ€hrlich rund 5.000 Vor-Ort-Kontrollen ĂŒberflĂŒssig machen. Bei BetriebsĂŒbergaben sollen Genehmigungen fĂŒr pausierte Standorte kĂŒnftig bis zu sieben Jahre gĂŒltig bleiben. FĂŒr Photovoltaik-Anlagen und E-Ladestationen sind weitgehende Genehmigungsfreistellungen vorgesehen.
Klare Regeln fĂŒr die PV-Montage
Die technische PrĂŒfung ortsfester Maschinen umfasst SichtprĂŒfung, elektrische Messungen (Schutzleiter- und Isolationswiderstand) und die Erprobung sicherheitsrelevanter Funktionen. Dazu zĂ€hlen laut DIN EN 60204-1 insbesondere Not-Halt-Einrichtungen, SchutztĂŒren und Lichtgitter.
Die Gartenbau-Versicherung wies in einer Anfang Juli veröffentlichten BroschĂŒre auf die Bedeutung von BrandprĂ€vention durch regelmĂ€Ăige Schulungen und Feuchtraumschutz hin.
FĂŒr Klarheit bei der PV-Montage sorgte ein Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz vom 1. Juli 2026. Das Gericht entschied: Komplettangebote fĂŒr solche Anlagen sind unzulĂ€ssig, wenn der Anbieter nicht in der Handwerksrolle eingetragen ist. Die Montage berĂŒhre sowohl Dachdecker- als auch Elektrotechnikerhandwerke â eine entsprechende Qualifikation ist zwingende Voraussetzung.
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Neben der elektrischen Sicherheit gewinnen digitale Aspekte an Bedeutung. Die Aktualisierung der TRBS 1115-1 adressiert verstÀrkt Fragen der Cybersecurity bei Arbeitsmitteln. Kein Wunder: Die SchÀden durch Cyberangriffe auf die deutsche Wirtschaft stiegen 2025 auf rund 289,2 Milliarden Euro.
Unternehmen stehen damit vor der Herausforderung, nicht nur die physische IntegritÀt ihrer elektrischen Anlagen zu gewÀhrleisten, sondern diese auch gegen digitale Schwachstellen abzusichern.
