Arbeitsunfälle: Handwerkzeuge verursachen über 61.000 Verletzungen
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 00:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das zeigt eine aktuelle Befragung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Besonders betroffen: Verkehr und Logistik mit 35 Prozent, gefolgt vom Sozialwesen und der öffentlichen Verwaltung.
Alkohol dominiert die Statistik mit 21 Prozent der Nennungen. Cannabis und Nikotin folgen mit je 5 Prozent, illegale Drogen oder Medikamentenmissbrauch mit je 4 Prozent. Führungskräfte müssen bei auffälligem Verhalten sofort handeln – die Sicherheit im Betrieb und auf dem Heimweg steht auf dem Spiel.
173.500 Wegeunfälle im Jahr 2024
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. 173.500 meldepflichtige Wegeunfälle registrierte Deutschland 2024, 215 davon endeten tödlich. Alkohol gilt als häufige Ursache. Drogentests sind nur freiwillig und anlassbezogen möglich, der Betriebsrat muss einbezogen werden. Die DGUV-Vorschrift 1 verbietet grundsätzlich alle berauschenden Mittel, die die sichere Arbeitsausführung beeinträchtigen.
Raucherpausen: Kein gesetzlicher Anspruch
Ein oft übersehener Punkt: Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf Raucherpausen. Sie gelten als private Unterbrechungen, sind nicht vergütungspflichtig und müssen korrekt dokumentiert werden. Fehlerhafte Erfassung kann als Arbeitszeitbetrug gewertet werden – mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen.
Ob Raucherpausen oder tägliche Arbeitsstunden – die korrekte Dokumentation ist für Unternehmen mittlerweile gesetzlich verpflichtend und schützt vor rechtlichen Konsequenzen. Dieser kostenlose Ratgeber liefert Ihnen fertige Mustervorlagen für Stundenzettel und alle wichtigen Infos zu Pausenregelungen. In 10 Minuten zur gesetzeskonformen Arbeitszeiterfassung
Auch die Rechtsprechung beschäftigt sich mit Versicherungsfragen. Das Sozialgericht Hannover entschied Anfang Juni: Die Teilnahme an einem freiwilligen Basketballturnier auf einem Kreuzfahrtschiff ist kein Arbeitsunfall. Ohne regelmäßigen Betriebssportcharakter besteht kein Versicherungsschutz durch die Berufsgenossenschaft.
Neue Vorschriften ab 2026
Das Jahr bringt signifikante Änderungen. Seit Januar gelten das KRITIS-Gesetz, das ElektroG4 und die neue DGUV Vorschrift 2. Eine wichtige Frist steht im Herbst an: Ab dem 23. Oktober greift ein EU-weites Verbot für PFAS-haltige Feuerlöschschäume. Verstöße gegen Dokumentationspflichten oder Sicherheitsvorschriften können Bußgelder von bis zu 30.000 Euro kosten.
Betriebe setzen verstärkt auf das STOP-Prinzip, um Gefahren zu minimieren. Besonders Schnittverletzungen stehen im Fokus: 2024 gab es über 61.000 meldepflichtige Unfälle mit nicht kraftbetriebenen Handwerkzeugen. Spezielle Sicherheitsmesser werden als technische Schutzmaßnahme empfohlen.
Um hohe Bußgelder bei Verstößen gegen Sicherheitsvorschriften zu vermeiden, ist eine lückenlose Gefährdungsbeurteilung unerlässlich. Nutzen Sie diese rechtssicheren Checklisten und Vorlagen, um Ihre Betriebssicherheit auf den neuesten Stand zu bringen. Kostenlose Vorlagen für die Gefährdungsbeurteilung herunterladen
Interaktive Ausstellung in Dortmund
Die DASA Arbeitswelt Ausstellung in Dortmund eröffnete gestern eine neue Dauerausstellung zum Hochbau. Auf 1.000 Quadratmetern zeigen interaktive Erlebnisse wie eine Krankabine oder ein Schwebebalken die Sicherheitsanforderungen für die rund eine Million Beschäftigten in der deutschen Baubranche.
Digitale Lösungen für Unterweisungen gewinnen parallel an Bedeutung. Die DGUV Regel 100-001 aus dem Sommer 2025 fordert rechtssichere, anlassbezogene Dokumentationen. Unternehmen nutzen zunehmend Software, um Unterweisungstermine zentral zu steuern und den Schulungsstatus lückenlos nachzuweisen.
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