Ausbildung, NRW

Ausbildung in NRW: AuslÀndische VertrÀge +19%, deutsche -22,6%

19.06.2026 - 11:03:13 | boerse-global.de

Die Landwirtschaft integriert zunehmend GeflĂŒchtete, um den Personalnotstand durch Pensionierungen und Azubi-Mangel zu lindern.

FachkrĂ€ftemangel in der Landwirtschaft: GeflĂŒchtete als Lösung
Ausbildung - Eine vielfĂ€ltige Gruppe von Menschen arbeitet in einem sonnigen GewĂ€chshaus. Einige halten landwirtschaftliche Werkzeuge. Fokus auf Zusammenarbeit. 19.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Immer mehr Betriebe setzen daher auf die Integration von GeflĂŒchteten.

WÀhrend die Zahl deutscher Azubis in Nordrhein-Westfalen massiv einbrach, stieg der Anteil internationaler NachwuchskrÀfte sprunghaft an. BranchenverbÀnde und Politiker fordern nun schnellere Arbeitserlaubnisse und sichere Bleibeperspektiven.

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Dramatischer RĂŒckgang bei deutschen Azubis

Die Zahlen der statistischen LandesĂ€mter zeigen eine klare Trendwende. In NRW schlossen 2025 insgesamt 16.164 auslĂ€ndische Staatsangehörige einen Ausbildungsvertrag ab. Das sind 19 Prozent mehr als im Vorjahr – und fast doppelt so viele wie 2015. Die meisten kamen aus der Ukraine und Syrien.

Gleichzeitig stĂŒrzte die Zahl deutscher Azubis ab. Nur 83.424 neue VertrĂ€ge kamen zustande – ein Minus von 22,6 Prozent binnen zehn Jahren. Erstmals fiel die Gesamtzahl unter die Marke von 100.000.

Demografischer Druck wÀchst

In Brandenburg zeichnet sich die Zukunft bereits ab: Bis 2030 werden rund 70 Prozent der aktuell BeschĂ€ftigten aus AltersgrĂŒnden ausscheiden. Besonders betroffen sind Tierhaltung, Direktvermarktung und Sonderkulturen.

Die GeflĂŒchteten rĂŒcken damit strategisch in den Fokus. Viele Betriebe sehen in ihnen die einzige Chance, ihren Personalbedarf zu decken.

Hohe HĂŒrden fĂŒr Betriebe

Die Anstellung bleibt kompliziert. Voraussetzung ist ein gesicherter Aufenthaltsstatus mit Arbeitserlaubnis. Minijobs, kurzfristige BeschĂ€ftigungen oder Praktika sind möglich – doch der Aufwand ist hoch.

„Die Motivation ist da, aber Kommunikationsbarrieren und befristete Aufenthaltstitel erschweren alles“, sagt Alice Arp vom Arbeitgeberverband Land- und Forstwirtschaft Schleswig-Holstein. FĂŒr Ukrainer gelten bereits bĂŒrokratische Erleichterungen.

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Politik diskutiert schnellere Arbeitserlaubnis

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt will Asylbewerbern den Arbeitsmarkt bereits nach drei statt sechs Monaten öffnen. Pro Asyl unterstĂŒtzt den Vorstoß. Rechtswissenschaftler und Gewerkschaften warnen dagegen vor erschwerten Abschiebungen und Pull-Faktoren.

Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens fordert eine verlĂ€ssliche Bleibeperspektive fĂŒr gut integrierte syrische GeflĂŒchtete. Fast die HĂ€lfte von ihnen arbeitet bereits in systemrelevanten Berufen.

Spezielle Sprachkurse fĂŒr grĂŒne Berufe

Um die Integration zu fördern, gibt es mittlerweile fachspezifische Online-Kurse. Sie bereiten Azubis mit Migrationshintergrund gezielt auf die Fachsprache in Berufen wie Landwirt, Tierwirt oder Hauswirtschafter vor. Ziel: Die theoretischen PrĂŒfungen vor den Landwirtschaftskammern bestehen.

Trotz aller BemĂŒhungen sinkt die Gesamtzahl der GeflĂŒchteten in Deutschland. Die Rockwool Foundation meldete fĂŒr 2025 einen RĂŒckgang um 4,7 Prozent auf rund 2,95 Millionen Menschen.

„Deutschland ist auf aktive Zuwanderung angewiesen“, warnt Prof. Nicola Fuchs-SchĂŒndeln vom Wissenschaftszentrum Berlin. Die Zahl der ErwerbsfĂ€higen werde in zehn Jahren um zehn Prozent sinken. Ohne echte Willkommenskultur werde der ArbeitskrĂ€ftemangel nicht zu bewĂ€ltigen sein.

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