Bahngewalt: Bundesjustizministerium verschĂ€rft Strafrecht fĂŒr Angreifer
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 23:01 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat ihre fĂŒr Januar angekĂŒndigte Streikdrohung im Personennahverkehr zurĂŒckgenommen. Wie aus Berichten vom 17. September 2026 hervorgeht, reagiert die Gewerkschaft damit auf einen neuen Gesetzentwurf des Bundesjustizministeriums, der einen verbesserten Schutz fĂŒr BahnbeschĂ€ftigte durch eine VerschĂ€rfung des Strafrechts vorsieht.
Geplante StrafverschÀrfungen im Bundesjustizministerium
Bundesjustizministerin Hubig (SPD) kĂŒndigte an, dass Angriffe auf BeschĂ€ftigte der Bahn kĂŒnftig deutlich hĂ€rter sanktioniert werden sollen. Der entsprechende Entwurf sieht vor, die Mindestfreiheitsstrafe bei derartigen Delikten von bisher drei auf sechs Monate anzuheben.
In besonders schweren FĂ€llen soll das StrafmaĂ von sechs Monaten auf ein Jahr Mindestfreiheitsstrafe steigen. Das Bundesjustizministerium beabsichtigt, die Vorlage in den kommenden Wochen in das Bundeskabinett einzubringen.
UnterstĂŒtzung erhĂ€lt das Vorhaben von Bundesverkehrsminister Bilger (CDU). Auch DB-Chefin Evelyn Palla begrĂŒĂte den VorstoĂ fĂŒr einen verstĂ€rkten gesetzlichen Schutz der Mitarbeitenden. Der Entwurf beschrĂ€nkt sich dabei nicht nur auf den Bahnsektor: Zu den geschĂŒtzten Berufsgruppen sollen neben BahnbeschĂ€ftigten kĂŒnftig auch Polizisten, Gerichtsvollzieher, EinsatzkrĂ€fte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes sowie medizinisches Personal gehören.
Gewerkschaft sieht Forderungen erfĂŒllt
EVG-Chef Martin Burkert begrĂŒndete den Verzicht auf ArbeitskĂ€mpfe mit der Wirksamkeit des gewerkschaftlichen Drucks auf die Politik. Er zeigte sich zufrieden darĂŒber, dass eine Lahmlegung der Verkehrsbetriebe durch den nun eingeleiteten Gesetzgebungsprozess abgewendet werden könne. Die Zusammenarbeit zwischen dem Justiz- und dem Verkehrsministerium bei der StrafrechtsverschĂ€rfung wurde von der Gewerkschaft ausdrĂŒcklich positiv bewertet.
Die geplante StrafverschĂ€rfung des Bundesjustizministeriums Ă€ndert die Rechtslage â nicht aber den Alltag Ihrer BeschĂ€ftigten am Bahnsteig. Wer als Betriebsrat oder Sicherheitsverantwortlicher jetzt die operative LĂŒcke schlieĂen will, findet in diesem kostenlosen Leitfaden konkrete Deeskalations-Schritte, eine Umsetzungs-Checkliste fĂŒr Bodycams und Alkoholverbot sowie eine Muster-Dienstvereinbarung fĂŒr Tandemlösungen. Kostenlosen Sicherheits-Leitfaden jetzt anfordern
Steigende Gewaltzahlen im Bahnbetrieb
Die Initiative der Bundesregierung erfolgt vor dem Hintergrund einer besorgniserregenden Statistik. Nach Angaben des Gesamtbetriebsrats von DB Regio sowie von Ralf Damde (DB Regio) werden tÀglich acht BeschÀftigte im Dienst angegriffen.
FĂŒr die erste JahreshĂ€lfte 2026 meldete die Deutsche Bahn insgesamt rund 1.000 Ăbergriffe, was einer Zunahme von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. In diesem Zeitraum wurden 22 Personen schwer verletzt.
Ein besonders schwerwiegender Vorfall ereignete sich im Februar 2026 in der NĂ€he von Landstuhl in Rheinland-Pfalz. Dort verstarb der 36-jĂ€hrige Zugbegleiter Serkan Ăalar nach einer Fahrscheinkontrolle. Der verantwortliche TĂ€ter wurde in der Folge zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt.
Weitere SicherheitsmaĂnahmen der Deutschen Bahn
Rund 1.000 Ăbergriffe im ersten Halbjahr, 22 Schwerverletzte, tĂ€glich acht angegriffene BeschĂ€ftigte â die Zahlen steigen schneller als der Gesetzgebungsprozess. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt Sicherheitsverantwortlichen, wie sie ihr Personal schon vor Inkrafttreten hĂ€rterer Strafen durch Doppelbesetzung, Deeskalations-Training und klare Dienstvereinbarungen schĂŒtzen. Schutz-Konzept fĂŒr Ihr Bahnpersonal jetzt sichern
ZusĂ€tzlich zu den angestrebten GesetzesĂ€nderungen bereitet die Deutsche Bahn operative Sicherheitsvorkehrungen vor. Ab dem 5. Oktober ist ein Testbetrieb zur Tonaufzeichnung bei Bodycams vorgesehen. DarĂŒber hinaus soll bis zum 15. Oktober ein generelles Alkoholverbot an allen Bahnhöfen umgesetzt werden.
Seitens der Arbeitnehmervertreter, konkret durch den Betriebsrat der DB Regio Rhein-Neckar, wird zudem die EinfĂŒhrung von Tandemlösungen gefordert, um das Personal durch eine stĂ€ndige Doppelbesetzung besser zu schĂŒtzen.
