Bauwirtschaft, Umsatz

Bauwirtschaft: Umsatz minus 5,8 Prozent, Löhne plus 4,4 Prozent

24.06.2026 - 16:31:26 | boerse-global.de

Die Baubranche verzeichnet sinkende UmsÀtze bei steigenden Lohnkosten. Einheitliche Tarife in Ost und West sind nun RealitÀt.

Baugewerbe: Lohnplus trotz Umsatzminus und neue Tarife
Bauwirtschaft - Bauarbeiter mit Schutzhelmen und Westen auf einer Baustelle, einige besprechen PlĂ€ne, andere arbeiten im Hintergrund. 24.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Neue Daten des Stepstone Gehaltsreports 2026 zeichnen ein differenziertes Bild der Einkommen.

Einheitliche Tarife in Ost und West

Ein Meilenstein in der Lohnstruktur der Baubranche wurde im April erreicht. Seitdem gelten fĂŒr gewerbliche Arbeitnehmer erstmals einheitliche Tarife in Ost- und Westdeutschland.

Das Einstiegsgehalt fĂŒr Maurer liegt derzeit bei rund 3.200 Euro brutto im Monat. Zu den lukrativsten Berufen auf der Baustelle zĂ€hlen Beton- und Stahlbetonbauer, GerĂŒstbauer, Straßenbauer sowie FachkrĂ€fte im Tief- und Gleisbau.

Auf akademischem Niveau verdienen Ingenieure ein Bruttomediangehalt von 75.500 Euro. Das liegt deutlich ĂŒber dem bundesweiten Mediangehalt von 53.900 Euro. FĂŒhrungskrĂ€fte in den Unternehmen verdienen im Schnitt rund 21 Prozent mehr als Angestellte ohne Personalverantwortung – etwa 62.000 Euro.

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Umsatz minus 5,8 Prozent – Lohn plus 4,4 Prozent

Die wirtschaftliche Lage im mittelstĂ€ndischen Baugewerbe ist herausfordernd. Laut DATEV Mittelstandsindex sanken die UmsĂ€tze im Mai 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,8 Prozent. Auch zum Vormonat gab es einen RĂŒckgang von 1,3 Prozent.

Gleichzeitig sinken die Preise fĂŒr Baumaterialien. Im Juni 2026 verbilligte sich Polyurethan (PUR) um bis zu 300 Euro pro Tonne – die Branche ordert deutlich geringere Mengen als im Vorjahr.

Trotz rĂŒcklĂ€ufiger UmsĂ€tze steigen die Lohnkosten weiter. Die DATEV-Daten weisen fĂŒr Mai ein Lohnplus von 4,4 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr aus. Die BeschĂ€ftigtenzahlen blieben stabil.

Gender Pay Gap und EU-Entgelttransparenz

Ein zusÀtzlicher Druckfaktor ist der Gender Pay Gap, der bundesweit bei 16 Prozent liegt. In den ersten drei Berufsjahren starten Frauen im Schnitt mit 37.500 Euro, MÀnner mit 40.250 Euro.

Vor dem Hintergrund des EU-Entgelttransparenzgesetzes rĂŒckt die Lohngerechtigkeit verstĂ€rkt in den Fokus. Die Umsetzung war bis zum 7. Juni 2026 vorgesehen.

Rentenreform: Ende der Rente mit 63?

Die Rentenkommission hat am 23. Juni ihre VorschlĂ€ge ĂŒbergeben. Sie sehen unter anderem das Ende der abschlagsfreien Rente mit 63 Jahren vor. Stattdessen wird ein Mindestalter von 64 Jahren fĂŒr die vorzeitige, abschlagsbehaftete Rente diskutiert.

Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) fordert, bestehende kapitalgedeckte Vorsorgemodelle der Branche nicht zu benachteiligen. Ab 2028 soll das Baugewerbe zudem einen Zusatzbeitrag von 3,2 Prozent fĂŒr die Altersvorsorge leisten.

Kritik am Arbeitszeitgesetz

Die Bundesvereinigung MittelstĂ€ndischer Bauunternehmen (BVMB) bemĂ€ngelte am 22. Juni einen Entwurf zur Änderung des Arbeitszeitgesetzes. Die Branchenvertreter fordern einen Wechsel von der tĂ€glichen zur wöchentlichen Höchstarbeitszeit. Das wĂŒrde die betriebliche FlexibilitĂ€t erhöhen.

Der aktuelle Entwurf greife zu kurz, so die Kritik. Geplante Flexibilisierungen seien lediglich fĂŒr tarifgebundene Unternehmen vorgesehen.

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KI und Robotik: 59 Prozent der Arbeitsstunden automatisierbar

Trotz der konjunkturellen Delle bieten technologische Entwicklungen langfristige Chancen. Eine McKinsey-Studie zeigt: Rund 59 Prozent der Arbeitsstunden im Handwerk sind technisch automatisierbar.

Die Studie betont jedoch: KĂŒnstliche Intelligenz und Robotik ersetzen menschliche FachkrĂ€fte nicht – sie verĂ€ndern die Arbeitsinhalte. Rund 86 Prozent der menschlichen FĂ€higkeiten bleiben weiterhin gefragt.

Bis 2030 wird durch den Einsatz dieser Technologien ein ProduktivitĂ€tspotenzial von 486 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Der Großteil dieser Steigerung entfĂ€llt auf KI-Softwareanwendungen.

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