BGH, Fitnessstudios

BGH stoppt Fitnessstudios: Keine Kündigungsalternativen mehr online

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 11:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

BGH verbietet Ablenkung durch Alternativangebote auf Kündigungsseiten. Bundesrat beschließt zudem verpflichtenden Widerrufsbutton für Online-Händler.

BGH-Urteil: Keine Ablenkung bei Online-Kündigungen mehr erlaubt
Ein Finger schwebt über einem digitalen Kündigungsbutton auf einem Bildschirm, im Hintergrund eine verschwommene Büroumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Wer online kündigt, darf nicht mehr mit Alternativ-Angeboten abgelenkt werden. Parallel dazu zieht der Gesetzgeber nach.

Kein „Vertragspause“-Button auf der Kündigungsseite

Der BGH entschied am 16. Juli 2026 über die Praxis der Kette FitX aus Essen. Das Unternehmen hatte auf der Bestätigungsseite nach dem Kündigungsbutton prominent auf eine Vertragspause hingewiesen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband klagte dagegen – und bekam nun Recht.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte die Klage im September 2025 noch abgewiesen. Der BGH hob das Urteil auf und verurteilte FitX zur Unterlassung. Die Richter stellten klar: Bestätigungsseiten bei einer Online-Kündigung dürfen keine Hinweise auf Kündigungsalternativen enthalten. Eine FitX-Sprecherin hatte argumentiert, es handle sich um sachliche Information, nicht um Werbung. Dem folgte der BGH nicht.

Anzeige

Die Anpassung digitaler Kündigungsstrecken und Widerrufsprozesse erfordert höchste Sorgfalt bei der Dokumentation aller Datenflüsse. Diese kostenlose Excel-Vorlage hilft Ihnen, Ihr Verarbeitungsverzeichnis rechtssicher und zeitsparend zu erstellen. Kostenlose Muster-Vorlage und Schritt-für-Schritt-Anleitung jetzt gratis herunterladen

Bundesrat beschließt verpflichtenden Widerrufsbutton

Einen Tag zuvor, am 15. Juli 2026, stimmte der Bundesrat einstimmig dem Verbraucherrechts-Änderungsgesetz 2026 zu. Die Kern-Neuerung: Ab dem 1. Oktober 2026 müssen Online-Händler einen leicht zugänglichen Widerrufsbutton bereitstellen.

Ziel ist es, den Widerrufsprozess genauso einfach zu gestalten wie den Bestellvorgang. Bislang mussten Kunden oft lange nach dem richtigen Formular suchen oder umständliche Wege gehen.

Neue Reparaturpflicht für Hersteller

Zusätzlich billigte der Bundesrat das Warenreparaturrichtlinie-Umsetzungsgesetz. Es verpflichtet Hersteller bestimmter Produktgruppen zur Reparatur – etwa bei Smartphones oder Waschmaschinen. Damit soll die Lebensdauer technischer Geräte verlängert und die Nachhaltigkeit gestärkt werden.

Anzeige

Ob neue Widerrufsregeln oder geänderte Kündigungsabläufe – jede Anpassung im Online-Geschäft muss die strengen DSGVO-Vorgaben erfüllen. Prüfen Sie mit diesem kostenlosen Basis-Check, ob Ihr Unternehmen wirklich alle aktuellen Mindestanforderungen lückenlos umsetzt. 7 sofort einsetzbare Checklisten für Ihr Unternehmen sichern

Die neuen Vorgaben und das BGH-Urteil bedeuten einen deutlichen Einschnitt für digitale Geschäftsprozesse. Unternehmen müssen ihre Online-Präsenzen und Kündigungsstrecken nun zeitnah anpassen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wirtschaft | 69778797 |