Deutschland, Bayern

BMW: Es sieht nach Personalabbau aus

17.06.2026 - 13:07:26 | dpa.de

Bisher war der Münchner Autobauer stabiler als die Konkurrenz durch die Krise gekommen, jetzt überrascht er mit einer Gewinnwarnung. Die deutet auch auf einen Jobabbau hin.

Lange kam BMW robuster als andere durch die Krise - jetzt erwischt es auch die Münchner. (Archivbild) - Bild: Peter Kneffel/dpa
Lange kam BMW robuster als andere durch die Krise - jetzt erwischt es auch die Münchner. (Archivbild) - Bild: Peter Kneffel/dpa

Nach der deutlichen Gewinnwarnung vom Dienstagabend stehen die Zeichen bei BMW auf Jobabbau. Offiziell verweist der Konzern zwar auf eine Betriebsvereinbarung zur Beschäftigungssicherung. Doch dass es bei der Zahl der Beschäftigten einen Rückgang geben wird, hatten die Münchner bereits in ihrer Prognose für das laufende Jahr bekanntgegeben. Und die nun angekündigten Maßnahmen deuten auf eine Beschleunigung. 

Es ist vor allem ein Absatz in der Gewinnwarnung, den man kaum anders lesen kann: «Neben den Belastungen im operativen Geschäft wird die BMW Group die
laufenden Kostensenkungen durch weitere Struktur- und Effizienzmaßnahmen intensivieren und beschleunigen. Deren Effekte werden in den Folgejahren sichtbar. Diese Maßnahmen belasten das Ergebnis einmalig im zweiten Halbjahr 2026.»

Einmalkosten, die später Geld sparen - das klingt nach Jobabbau. Bestätigen will man das auf Konzernseite nicht. «Weitere Themen werden – wie bei uns üblich – zunächst intern und mit den Arbeitnehmervertretern beraten.» Auch die Prognose zum Personalstand hat der Konzern am Dienstag ebenfalls nicht verändert. Die Formulierung im Geschäftsbericht - «leichter Rückgang» - bedeutet aber ein Minus von 1 bis 5 Prozent. Bei knapp 155.000 Mitarbeitern können das einige tausend sein.

Nicht nur kosmetische Maßnahmen

Darauf, dass es nicht um kosmetische Maßnahmen geht, deuten auch Aussagen des Konzerns in einem Kapitalmarkt-Call am Dienstag hin. Teilnehmerkreisen zufolge soll dabei klar geworden sein, dass die erwarteten Einmalbelastungen grob eine Milliarde Euro betragen werden. Allerdings ist nicht klar, wie viel davon in einen Jobabbau fließen würde. 

Schon 2025 war die Zahl der Beschäftigten bei BMW um rund 3.000 gesunken - vor allem in Deutschland und China. Auch bei einem Jobabbau im laufenden Jahr könnten diese beiden Länder am stärksten betroffen sein. Unter anderem, weil der Einbruch des Marktes in China der Haupttreiber für die Gewinnwarnung ist.

Betriebsrat will Klarheit

Beim Gesamtbetriebsrat erkennt man zwar an, dass BMW vor erheblichen Herausforderungen stehe, fordert aber Klarheit über die angekündigte Intensivierung und Beschleunigung der Struktur und Effizienzmaßnahmen. Insbesondere dazu, was deren Ziele, Inhalte und Folgen für die Beschäftigten sind. «Die Gespräche dazu müssen jetzt unverzüglich und verbindlich geführt werden», fordert ein Sprecher.

Die schlechten Nachrichten für BMW kommen rund einen Monat, nachdem der neue Chef Milan Nedeljkovic das Ruder übernommen hat. Dass so kurz danach eine so deutliche Gewinnwarnung komme, sei «überraschend und zeigt, dass man vorher viel verpasst hat», sagt Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer. «Mit Nedeljokovic geht die Mia-san-mia-Epoche bei BMW zu Ende - und ich glaube das ist überfällig. Ein wichtiges Problem bei BMW ist die große Variantenvielfalt, die viel Personal braucht. Ich glaube, hier müsste BMW einsparen - und insgesamt mehr Entwicklung in China machen. Hier können die Münchner von VW lernen.»

Gewinn wird deutlich sinken

BMW hatte am Dienstagabend seine Prognose für das laufende Jahr gekappt. Der Vorsteuergewinn soll nun deutlich sinken - das bedeutet um mindestens 10 Prozent, die Zahl der ausgelieferten Autos schrumpfen. Begründet wurde das mit der negativen Entwicklung des chinesischen Automarkts und den Auswirkungen des Krieges im Iran. In China sind die Autoabsatzzahlen eingebrochen, eine Entwicklung, die nicht nur BMW trifft. Nach jüngsten Daten des chinesischen Autoindustrieverbands CPCA sanken die Verkäufe zwischen Januar und Mai im Jahresvergleich um fast 20 Prozent.

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