Contitech-Verkauf, Jobs

Contitech-Verkauf: 1.600 Jobs in Deutschland gestrichen, Kündigungsschutz bis 2030

06.07.2026 - 03:09:38 | boerse-global.de

Continental veräußert seine Kunststoffsparte Contitech an Lone Star Funds. Der Deal umfasst einen Kaufpreis von vier Milliarden Euro und eine Jobgarantie bis 2030.

Continental verkauft Contitech-Sparte für vier Milliarden Euro
Contitech-Verkauf - Eine weitläufige, teilweise verlassene Fabrikhalle mit vereinzelten Arbeitern und einer digitalen Anzeige, die einen Abwärtstrend zeigt. 06.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Am 4. Juli unterschrieb der Konzern den Vertrag mit der US-Investmentgesellschaft Lone Star Funds. Der Verkaufspreis: vier Milliarden Euro. Bis Ende 2026 soll die Transaktion abgeschlossen sein.

Käufer sichert Jobs bis 2030 zu

Contitech beschäftigt weltweit mehr als 20.000 Menschen, davon rund 7.700 in Deutschland. Nach dem Verkauf konzentriert sich Continental auf das Kerngeschäft als Reifenhersteller. Die Kartellbehörden müssen dem Deal noch zustimmen.

Der Kaufpreis kann durch erfolgsabhängige Komponenten um bis zu 250 Millionen Euro steigen. Continental erwartet einen Mittelzufluss von rund 3,1 Milliarden Euro. Davon will der Konzern etwa 2,5 Milliarden an die Aktionäre ausschütten – per Sonderdividende oder Aktienrückkauf. Der Rest fließt in den Schuldenabbau.

1.600 Stellen weg – Schwerpunkt Hannover

Parallel zum Verkauf läuft ein bereits angekündigtes Restrukturierungsprogramm. Weltweit streicht Contitech rund 3.000 Stellen, davon 1.600 in Deutschland. Ziel: jährlich 150 Millionen Euro einsparen, voll wirksam ab 2028.

Anzeige

Betriebsbedingte Kündigungen und Umstrukturierungen sind für Arbeitnehmervertreter eine enorme Belastungsprobe. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie als Betriebsrat bei Sozialplänen und Interessenausgleichen das Beste für Ihre Kollegen herausholen. Kostenlosen Ratgeber für Sozialplan-Verhandlungen herunterladen

Besonders hart trifft es den Standort Hannover. Von den rund 3.000 Beschäftigten sollen etwa 700 gehen – 240 in Zentralfunktionen, 260 in der Verwaltung. Auch Northeim ist betroffen. Der Abbau läuft über Freiwilligenprogramme, Teilzeit, Versetzungen und Vorruhestand. Ein Teil der Funktionen wandert ins Ausland.

Gewerkschaft droht mit Widerstand

IGBCE und Betriebsräte haben ein Eckpunktepapier ausgehandelt. Es schließt betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2030 aus. Der Käufer Lone Star verpflichtet sich zum Erhalt von Arbeits- und Ausbildungsplätzen sowie zu Investitionen.

Anzeige

Um in Verhandlungen über Standortgarantien und Stellenabbau bestehen zu können, müssen Betriebsräte ihre Mitbestimmungsrechte genau kennen. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie Sie gesetzliche Initiativrechte gezielt nutzen, um die Interessen der Belegschaft wirksam zu verteidigen. Gratis E-Book: Mitbestimmungsrechte nach § 87 BetrVG sichern

Doch Francesco Grioli, Aufsichtsrat und IGBCE-Vertreter, stellt klar: „Jedem Stellenabbau über die 3.000 hinaus treten wir entschlossen entgegen.“ Die Arbeitnehmer fordern eine langfristige Perspektive und die Einhaltung der Investitionszusagen. Contitech wird in der Konzernbilanz bereits als nicht-fortgeführte Aktivität geführt.

de | wirtschaft | 69700585 |