Finanzindustrie

Wero-Initiative kritisiert EZB-PlĂ€ne fĂŒr digitalen Euro

04.05.2026 - 17:22:52 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Chefin des Bezahldienstes Wero hat die PlĂ€ne der EuropĂ€ischen Zentralbank fĂŒr einen digitalen Euro scharf kritisiert.Sie habe zwar nichts gegen den digitalen Euro an sich, sagte Martina Weimert, Chefin der European Payments Initiative (EPI) der "SĂŒddeutschen Zeitung" (Dienstagausgabe).

EuromĂŒnze (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
EuromĂŒnze (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
"Aber die Idee, jetzt noch europĂ€ische Standards zu wĂ€hlen, kommt einfach fĂŒnf Jahre zu spĂ€t."

Wero, der Bezahldienst hinter dem rund 50 europĂ€ische Banken stehen, musste genau diese Standards festlegen. "Der digitale Euro schafft eine zweite Infrastruktur, die weitgehend noch einmal das Gleiche machen wird und die je nach finalem Design nur teuer fĂŒr HĂ€ndler und Banken wird", sagte Weimert.

Sie plĂ€dierte fĂŒr eine Rollenteilung: Der digitale Euro solle als Zahlungsmittel kommen, sich aber an bestehenden Lösungen wie Wero orientieren oder mit diesen kooperieren. "Wir können den digitalen Euro den Verbrauchern anbieten, dafĂŒr brauchen wir keine neue EZB-App in unseren MĂ€rkten", sagte die EPI-Chefin und argumentierte mit der möglicherweise eher geringen Akzeptanz fĂŒr noch eine App.

Wero ist der Versuch von europĂ€ischen Banken, eine Alternative zu Paypal, Mastercard und Visa aufzubauen. Europaweit hat der Dienst mehr als 50 Millionen Kunden, in Deutschland 2,7 Millionen. Bisher ist das Ganze laut "SĂŒddeutscher Zeitung" aber ein MinusgeschĂ€ft. 2024 machte die Firma hinter Wero demnach noch einen Verlust von mehr als 50 Millionen Euro. Bis 2030, so sagte Weimert, brĂ€uchte es wohl eine weitere Finanzspritze. Erst danach könne man ProfitabilitĂ€t bringen.

Bis dahin muss das Projekt aber noch an Fahrt aufnehmen. Im Einzelhandel ist die Lösung noch gar nicht vertreten, der Start im Online-Handel lief zuletzt eher schleppend. Weimert kreidete das auch den Handelsunternehmen an. "Wir haben den HĂ€ndlern und einigen Dienstleistern bezĂŒglich ihrer Planung vertraut, das war teilweise ein Fehler", sagte sie.

Der digitale Euro soll eine Alternative zu Bargeld werden und wird zurzeit von der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) stark vorangetrieben. Nutzer sollen mit dem digitalen Euro Geld senden und in GeschĂ€ften einkaufen können. Im Juni soll das EU-Parlament ĂŒber einen Gesetzesentwurf zum digitalen Euro abstimmen, der dann ab 2029 RealitĂ€t werden soll. Dann könnten HĂ€ndler zu einer Akzeptanz gezwungen werden. Das wĂ€re ein großer Vorteil gegenĂŒber privatwirtschaftlichen Lösungen wie Paypal oder eben auch Wero.

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