ROUNDUP, Jahresende

Deutsche Wirtschaft zum Jahresende geschrumpft

30.01.2024 - 10:34:43 | dpa.de

Die deutsche Wirtschaft geht ohne RĂŒckenwind ins laufende Jahr.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im vierten Quartal 2023 gegenĂŒber dem Vorquartal preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden anhand vorlĂ€ufiger Daten mitteilte. Die Behörde bestĂ€tigte damit eine erste SchĂ€tzung. Volkswirte rechnen auch 2024 mit einem schwierigen Jahr. Im vergangenen Jahr war Europas grĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft in eine leichte Rezession gerutscht.

Viele Ökonomen gehen von einem schwachen Start ins laufende Jahr aus. "Da sind die Sparmaßnahmen der Regierung, aber auch anhaltende Streiks der LokfĂŒhrer und Störungen der Lieferketten infolge des militĂ€rischen Konflikts im Roten Meer", sagte ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski. Ein erneuter RĂŒckgang der deutschen Wirtschaft im ersten Quartal 2024 erscheine wahrscheinlicher.

Nachfrage in nahezu allen Wirtschaftsbereichen gesunken

Nach Angaben von Ifo-Konjunkturchef Timo WollmershĂ€user klagen die Firmen in nahezu allen Wirtschaftsbereichen ĂŒber eine rĂŒcklĂ€ufige Nachfrage. ZusĂ€tzlich werde die Wirtschaft durch eine Reihe von Sonderfaktoren belastet. "Dazu zĂ€hlen der hohe Krankenstand, die Streiks bei der Deutschen Bahn sowie der außergewöhnlich kalte und schneereiche Januar. Aber erste Lichtblicke gibt es beim privaten Konsum."

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hatte sich zu Beginn des Jahres verschlechtert. Das Ifo-GeschÀftsklima fiel im Januar den zweiten Monat in Folge. "Die deutsche Wirtschaft steckt in der Rezession fest", kommentierte Ifo-PrÀsident Clemens Fuest unlÀngst.

Die Aussichten fĂŒr das Gesamtjahr 2024 hatten sich zuletzt eingetrĂŒbt. Wirtschaftsforschungsinstitute senkten ihre Prognosen. Einige Volkswirte schließen auch einen erneuten RĂŒckgang des Bruttoinlandsproduktes im Gesamtjahr nicht aus.

Hoffnungen ruhen auf Wiederanspringen des Privatkonsums

Die Hoffnungen fĂŒr das laufende Jahr ruhen vor allem auf der Konsumlust der Menschen. "Dank krĂ€ftiger ReallohnzuwĂ€chse wird wohl vor allem der private Konsum wieder zulegen", erwartet KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. Prognosen zufolge soll die Inflation in diesem Jahr sinken bei gleichzeitig steigenden Löhnen.

Die Kauflaune der Menschen trĂŒbte sich nach Angaben des Konsumforschungsinstituts GfK und des NĂŒrnberg Instituts fĂŒr Marktentscheidungen (NIM) zuletzt allerdings wieder ein. Hoffnungen auf eine nachhaltige Erholung des Konsumklimas mĂŒssten weiter in die Zukunft verschoben werden. Krisen und Kriege sowie eine anhaltend hohe Inflation verunsicherten Verbraucher und verhinderten eine Verbesserung der Konsumstimmung, hieß es.

Im Gesamtjahr 2023 sank die Wirtschaftsleistung gegenĂŒber dem Vorjahr preisbereinigt um 0,3 Prozent. Auch hier bestĂ€tigte die Behörde vorlĂ€ufige Daten. Im vergangenen Jahr fiel der Privatkonsum als wichtige KonjunkturstĂŒtze aus. Zugleich bekamen Deutschlands Exporteure die SchwĂ€che des Welthandels zu spĂŒren, gestiegene Immobilienzinsen bremsten den Bau aus.

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