LÀnder kritisieren Reiches Energiewende-ReformplÀne
22.05.2026 - 16:41:22 | dpa.de
Die BundeslĂ€nder dringen auf einen konsequenteren Ausbau der erneuerbaren Energien - und gehen damit auf Konfrontationskurs zu den ReformplĂ€nen von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Bei der Energieministerkonferenz auf Norderney hĂ€tten sich die LĂ€nder einstimmig mit einem klaren Bekenntnis fĂŒr die Energiewende und den Erneuerbaren-Ausbau ausgesprochen, sagte Niedersachsens Energieminister und Gastgeber der Konferenz, Christian Meyer (GrĂŒne), zum Abschluss der Tagung. «Wir wollen den Kurs halten und das ist parteiĂŒbergreifend der groĂe Konsens.»
Kritisch sehen die Energieminister der LĂ€nder unter anderem das von der Bundeswirtschaftsministerin geplante Netzpaket, das den Zubau von Wind- und Solaranlagen besser mit dem Netzausbau abstimmen soll, um so Kosten zu senken. Betreiber neuer Ăkostrom-Anlagen in ĂŒberlasteten Netzgebieten sollen laut dem Gesetzentwurf kĂŒnftig keine EntschĂ€digung mehr erhalten, wenn sie ihre Solar- oder Windkraftanlagen wegen drohender NetzĂŒberlastungen abschalten mĂŒssen. Bislang stehen den Betreibern in solchen FĂ€llen EntschĂ€digungen zu.
Die BundeslĂ€nder fĂŒrchten, dass dieser Plan den Ausbau der Erneuerbaren ausbremsen wird. «Einstimmig haben wir gesagt, dieser Vorschlag ist fĂŒr uns nicht zielfĂŒhrend», sagte Meyer. «Wir wollen eine erfolgreiche Energiewende. Und wenn dort viel ĂŒberschĂŒssige Energie ist, dann muss man dafĂŒr sorgen, den Netzausbau zu beschleunigen.»
Reiche fehlt bei Konferenz
Eigentlich hĂ€tten die Energieminister auch gerne mit Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche direkt ĂŒber ihre Kritikpunkte gesprochen. Sie war zu der Konferenz erwartet worden - hatte aber krankheitsbedingt abgesagt und wurde von einem digital zugeschalteten StaatssekretĂ€r vertreten.Â
Bei einigen Energieministern sorgte das fĂŒr Unmut. «Es ist auch nicht klug, wenn der Bund an diesen Versammlungen und an diesen Konferenzen nicht durchgĂ€ngig prominent teilnimmt», mahnte Sachsen-Anhalts Energieminister Armin Willingmann (SPD). Viele Themen der Energiewende mĂŒssten Bund und LĂ€nder gemeinsam lösen - dafĂŒr sei ein Konsens mit den LĂ€ndern notwendig.Â
Strategische Gasreserve und Senkung der Stromsteuer
Die Energieminister der LĂ€nder sprachen sich bei der Konferenz zudem dafĂŒr aus, die Förderung fĂŒr neue, kleine Dachsolaranlagen fortzufĂŒhren - anders als vom Bund vorgesehen. Auch die Schaffung einer strategischen Gasreserve fĂŒr KrisenfĂ€lle wird von den LĂ€ndern unterstĂŒtzt. Und die Minister appellieren an die Bundesregierung, die im Koalitionsvertrag zugesagte Senkung der Stromsteuer zĂŒgig umzusetzen. Die Stromsteuer wurde bislang von der Regierung nur fĂŒr die Industrie, das produzierende Gewerbe sowie die Land- und Forstwirtschaft gesenkt â nicht aber fĂŒr private Haushalte und alle Unternehmen.
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