Erneuerbare, Energien

Erneuerbare Energien: Hessen zahlt Kommunen 0,2 Cent pro kWh

15.06.2026 - 10:16:44 | boerse-global.de

Hessen führt verpflichtende Abgabe für neue Wind- und Solarparks ein. Kommunen erhalten zweckgebundene Einnahmen für lokale Projekte.

Hessen plant 0,2-Cent-Abgabe für Wind- und Solaranlagen
Erneuerbare - Eine Windturbine und Solarpaneele in einer ländlichen Landschaft mit der Silhouette eines Rathauses im Vordergrund. 15.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ein Gesetzentwurf sieht eine verpflichtende Abgabe von 0,2 Cent pro Kilowattstunde vor. Die Regelung soll im dritten oder vierten Quartal 2026 in Kraft treten.

So viel Geld fließt an die Gemeinden

Pro Windrad könnten Kommunen jährlich zwischen 30.000 und 40.000 Euro einnehmen. Bei Photovoltaik-Freiflächenanlagen mit zehn Megawatt Leistung sind rund 20.000 Euro pro Jahr drin. Die Mittel sind zweckgebunden: Sie müssen in lokale Infrastruktur wie Schwimmbäder oder Schulen fließen.

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Das Ziel: die Akzeptanz für den Ausbau erneuerbarer Energien vor Ort stärken. Hessen folgt damit anderen Bundesländern, die bereits ähnliche Modelle eingeführt haben.

In der Praxis zeigt sich, wie solche Regelungen wirken. Der Stadtrat in Gommern entschied Mitte Juni über die Verteilung von Geldern aus bestehenden Beteiligungsgesetzen. Ergebnis: 25 Prozent der Mittel gehen direkt an die betroffenen Ortschaften – die gesetzliche Mindestvorgabe.

Branche warnt vor explodierenden Pachtkosten

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) schlägt Alarm. In einem Positionspapier fordert er eine gesetzliche Begrenzung der Flächenpachten im Erneuerbare-Energien-Gesetz.

Der Grund: Pachtforderungen erreichen derzeit bis zu 30 Prozent der jährlichen Anlagen-Umsätze. Der VKU schlägt eine Deckelung auf drei bis fünf Prozent vor. Sonst drohe der Ausbau der Windkraft ins Stocken zu geraten. Die Bundesregierung hatte eine Begrenzung bereits im Koalitionsvertrag angekündigt.

Österreich setzt auf Europa-Bonus

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Während Deutschland auf Regulierung setzt, wählt Österreich einen anderen Weg: Direkte Förderung. In der zweiten Junihälfte startet ein neuer Call für Photovoltaik-Anlagen und Speicher. Das Budget: zwölf Millionen Euro.

Die Förderung liegt bei 150 Euro pro Kilowattpeak für Anlagen bis zehn Kilowattpeak, für größere Anlagen bis 20 Kilowattpeak gibt es 140 Euro. Besonders interessant: Ein Bonus für Komponenten mit europäischer Wertschöpfung.

Der Bedarf ist enorm. Beim vorherigen Call gingen für 40 Millionen Euro Budget Anträge im Volumen von 135 Millionen Euro ein. Allein auf den ersten Aufruf des Jahres entfielen 29.000 Anträge.

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