ESG-Compliance: 80% der Lieferanten ohne Risiko-Prozesse
03.07.2026 - 01:14:54 | boerse-global.de
Drei Turbinen des Typs N175/6.X sollen jährlich rund 55 Gigawattstunden Strom erzeugen. Damit deckt Continental künftig zwei Drittel des Strombedarfs am Standort. Das Unternehmen betreibt den Windpark selbst und hat einen Wartungsvertrag über 20 Jahre abgeschlossen. Baubeginn ist 2026, die Inbetriebnahme folgt etwa anderthalb Jahre später.
Auftragsboom bei Nordex
Neben dem Conti-Projekt meldete Nordex weitere Aufträge über mehr als 197 Megawatt von den Partnern ENOVA und BMR. 30 Windenergieanlagen entstehen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Die Inbetriebnahmen sind für 2028 geplant. Zudem verbuchte der Hersteller einen Großauftrag aus den USA über 325 Megawatt.
Goldbeck digitalisiert ESG-Daten
Das Bauunternehmen Goldbeck setzt auf softwaregestützte Nachhaltigkeitserfassung. An über 100 Standorten in 21 Ländern implementiert es ein zentrales ESG-Datenmanagement. Mit der Plattform Tanso verkürzte sich die Datenerhebung von fünf Monaten auf acht Wochen – eine Effizienzsteigerung von 60 Prozent. Goldbeck hält bereits ein EcoVadis Gold Rating.
Defizite in der Lieferkette
Der EcoVadis Index 2026 zeigt branchenübergreifende Probleme: 80 Prozent der bewerteten Tier-1-Lieferanten haben keine dokumentierten Prozesse zur Identifizierung von Nachhaltigkeitsrisiken. 73 Prozent der Unternehmen geben keine Scope-3-Emissionen an. Dabei geht es um indirekte Auswirkungen in der Lieferkette.
Angesichts der im Artikel beschriebenen Defizite bei Nachhaltigkeitsrisiken müssen Unternehmen ihre Sorgfaltspflichten in der Lieferkette künftig noch präziser dokumentieren. Dieser kostenlose Ratgeber unterstützt Sie mit einer praktischen Checkliste dabei, die Anforderungen der EU-Regulierungen rechtssicher umzusetzen. EU-Entwaldungsverordnung: Sorgfaltspflichten jetzt ohne Aufwand erfüllen
EU verschärft Regeln für Plattformen
Anfang Juli kündigte die EU-Kommission an: Die erweiterte Herstellerverantwortung gilt künftig auch für B2B-Plattformen. Ab dem vierten Quartal 2026 müssen Anbieter von Website-Diensten Schnittstellen für CO2-Emissionsdaten öffnen.
Auch die Schweiz zieht nach. Das neue Bundesgesetz über nachhaltige Unternehmensführung orientiert sich an den EU-Richtlinien CSRD und CSDDD. Es betrifft Firmen ab 1.000 Mitarbeitenden und 450 Millionen Franken Umsatz. Besonders die Modebranche steht unter Druck: 70 Prozent der Exporte gehen in die EU, wo ab 2027 ein digitaler Produktpass für Textilien Pflicht wird.
Die zunehmende Verschärfung der EU-Berichtspflichten, wie sie etwa beim CO2-Grenzausgleich gefordert werden, stellt Importeure vor große bürokratische Hürden. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, wie Sie Ihre CBAM-Meldepflichten ohne teure Berater rechtssicher und effizient organisieren. CBAM-Gratis-Checkliste jetzt herunterladen
Klimaziele in Agrar und Verkehr
Das Saatgutunternehmen KWS hat sich bis 2035 ehrgeizige Ziele gesetzt: Die Treibhausgasemissionen in Scope 1 und 2 sollen um 63 Prozent sinken.
Die Hamburger Hochbahn AG legte ihren Bericht für 2025 vor. Bei 552 Millionen Fahrgästen sind bereits 38 Prozent der Busflotte elektrifiziert. Die Scope-1-Emissionen sanken um 7 Prozent. Das „Dark Green“-Rating dient als Grundlage für Finanzierungen durch die Europäische Investischen Bank.
