EUDI-Wallet, Deutschland

EUDI-Wallet: Deutschland startet digitale Brieftasche am 2. Januar

22.06.2026 - 23:28:57 | boerse-global.de

Cloudflare, Google & Co. stellen mit PACT einen neuen Sicherheitsstandard vor, der Captchas ersetzen und den Datenschutz verbessern soll.

Tech-Giganten entwickeln PACT: Captcha-Alternative für mehr Datenschutz
EUDI-Wallet - Ein futuristisches digitales Interface mit einem Schloss-Symbol und abstrakten Datenströmen, die Datenschutz und sichere Internetprotokolle symbolisieren. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das Projekt namens Private-Access-Control-Tokens (PACT) soll Captchas überflüssig machen und den Datenschutz stärken.

Beteiligt sind Cloudflare, Google, Microsoft, Mozilla und der E-Commerce-Dienstleister Shopify. Das Protokoll unterscheidet zwischen menschlichen Nutzern, autorisierten KI-Agenten und unerwünschten Bots – ohne invasives Tracking.

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Wie PACT funktioniert

Der technische Kern basiert auf datenschutzfreundlichen Token. Statt Bilderrätsel oder Zwangs-Logins bestätigen Browser die Legitimität einer Anfrage im Hintergrund. Weder Identität noch Surfverhalten werden preisgegeben.

Dane Knecht von Cloudflare und Bobby Holley von Mozilla betonten die Bedeutung des offenen Standards. Langfristig soll PACT die Abhängigkeit von Captchas und ähnlichen Kontrollmechanismen beenden.

Dezentrale Identitäten im Aufwind

Parallel gewinnen alternative Protokollarchitekturen an Bedeutung. Dan Abramov erläuterte am Sonntag die Struktur des ATProto, das unter anderem das soziale Netzwerk Bluesky antreibt. Anders als föderierte Systeme wie Mastodon trennt ATProto die Ebenen für Hosting, Applikation und Community strikt.

Das Hauptmerkmal: Nutzerdaten liegen auf austauschbaren Servern und sind über eine portable Kennung mit dem Konto verknüpft. Bluesky zählt rund 43 Millionen Konten, Mastodon liegt unter einer Million aktiven Nutzern. Mit Eurosky entsteht zudem eine spezifisch europäische Infrastruktur.

Proton Sheets: Verschlüsselte Tabellenkalkulation

Auch bei Produktivitätssoftware rückt Sicherheit in den Fokus. Proton stellte eine Tabellenkalkulation mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung vor. Das Tool ermöglicht verschlüsselte Kollaboration zwischen Konten des Anbieters – als Alternative zu marktführenden Cloud-Lösungen.

EU-Wallet: Biometrische Daten werden Pflicht

Das eIDAS-Committee traf richtungsweisende Entscheidungen zur europäischen EUDI-Wallet. Die digitale Brieftasche soll EU-weit Ende 2026 starten, in Deutschland am 2. Januar 2027.

Biometrische Passfotos werden Teil des Mindestdatensatzes, ein Opt-out bleibt möglich. Bürgerrechtler kritisieren: Frei wählbare Pseudonyme seien kaum noch realisierbar. Registrierungszertifikate werden für alle beteiligten Stellen verpflichtend.

VR-Datenschutz: Zwei Millionen Aufzeichnungen in 20 Minuten

Die „Berlin Group“ unter Leitung der Bundesdatenschutzbeauftragten veröffentlichte ein Arbeitspapier zum Datenschutz in der Extended Reality (XR). Die Experten warnen vor massiver Datenerhebung: Bereits 20 Minuten VR-Nutzung könnten bis zu zwei Millionen Aufzeichnungen der Körpersprache generieren.

EU will Cloud-Markt verdreifachen

Die EU-Kommission legte den Entwurf für den Cloud and AI Development Act (CADA) vor. Ziel: Den europäischen Rechenzentrumsmarkt innerhalb von fünf bis sieben Jahren verdreifachen. Mitgliedstaaten sollen Beschleunigungszonen ausweisen und Genehmigungsverfahren auf maximal zwölf Monate begrenzen.

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Gleichzeitig bereitet die EU die Einstufung von AWS und Microsoft Azure als Gatekeeper nach dem Digital Markets Act vor. Die beiden Anbieter kontrollierten im ersten Quartal 2026 über 65 Prozent des europäischen Marktes. Die regulatorischen Schritte folgen auf massive Infrastrukturausfälle im Herbst 2025.

Frankreich setzt ab 2027 auf verschärfte Sicherheitszertifizierungen durch die Behörde ANSSI: Produkte für kritische Infrastrukturen müssen dann zwingend gegen Entschlüsselungsversuche durch quantizationcomputer geschützt sein.

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