LĂ€nder dringen auf schnellere Sperrung von Fake-Shops
19.06.2026 - 15:59:18 | dpa.deDie Verbraucherschutzminister der LĂ€nder wollen entschlossener gegen Fake-Shops im Internet vorgehen. Zudem setzen sie sich fĂŒr ein rasches Verbot von elektronischen Einweg-Zigaretten ein und fĂŒr transparentere Preise an LadesĂ€ulen fĂŒr Elektrofahrzeuge, wie sie nach ihrer Verbraucherschutzminister-Konferenz in Potsdam mitteilten.Â
Aktionsplan gegen Fake-Shops gefordert
«Fake-Shops verursachen erhebliche finanzielle SchĂ€den bei Verbraucherinnen und Verbrauchern. Wir mĂŒssen den Schutz vor betrĂŒgerischen Angeboten im Internet stĂ€rken», sagte Brandenburgs Verbraucherschutzministerin Hanka MittelstĂ€dt (SPD), die den Vorsitz der Konferenz innehat. Sie und ihre LĂ€nderkollegen halten einen nationalen Aktionsplan zur leichteren Abschaltung solcher gefĂ€lschter Seiten fĂŒr notwendig. Dabei sehen sie vor allem den Bund in der Verantwortung.
Fake-Shops mĂŒssten schneller vom Netz genommen werden, dafĂŒr brauche es effektivere Verfahren als bislang, sagte MittelstĂ€dt. Der Bund solle prĂŒfen, wie eine schnellere Abschaltung möglich ist. «Die LĂ€nder dĂŒrfen nicht allein gelassen werden», so MittelstĂ€dt.
Ministerin: Sperrung von Fake-Shops dauert zu lange
Bislang seien die Verfahren in Deutschland zur Sperrung betrĂŒgerischer Seiten zu langwierig und komplex. «Polizei, Justiz, Verbraucherschutz und Cybersicherheit - in Deutschland sind viele verschiedene Stellen zustĂ€ndig. Um eine effektive BekĂ€mpfung von betrĂŒgerischen Webseiten zu beschleunigen, brauchen wir eine bessere Zusammenarbeit», sagte die brandenburgische Ministerin. Auch Verbraucherzentralen fordern, die BekĂ€mpfung betrĂŒgerischer Shops solle bundeseinheitlich geregelt werden.Â
Ein Fake-Shop-Finder im Internet deckt laut Verbraucherzentrale jeden Monat rund 1.800 neue betrĂŒgerische Online-Shops auf.Â
Transparente Preise an E-LadesÀulen gefordert
Die Verbraucherminister kritisierten zudem, dass an LadesĂ€ulen fĂŒr E-Autos bislang keine Preistransparenz herrsche. Das Tanken eines E-Autos mĂŒsse so einfach sein wie das Tanken eines Pkw mit Verbrennermotor, sagte die Verbraucherschutzministerin des Saarlandes, Petra Berg (SPD). «Das bedeutet, ich muss transparent und einfach erkennen können, was mich das Stromtanken nun kostet - und zwar nicht nur der Strom, sondern auch mögliche weitere GebĂŒhren wie Blockier- oder StartzuschlĂ€ge.» Komplexe Tarifstrukturen erschwerten einen einfachen Preisvergleich erheblich.Â
Bund soll Verbot von E-Zigaretten raschÂ
Zudem soll der Bund nach dem Willen der LĂ€nderminister ein rasches Verbot elektronischer Einweg-Zigaretten per Gesetz regeln. Die E-Zigaretten seien nicht nur umweltschĂ€dlich, sagte MittelstĂ€dt. «Sie werden hĂ€ufig auch falsch weggeworfen, sodass wir problematische BrĂ€nde gerade in den entsprechenden Deponien haben.» Sie fĂŒhrten aber vor allem dazu, dass Jugendlichen - durch Verpackungen, fruchtige Geschmacksrichtungen und eine starke PrĂ€senz in den sozialen Medien - der Einstieg in den Nikotinkonsum erleichtert werde.
