Forschungszulage, Deckel

Forschungszulage: Deckel steigt auf 12 Millionen Euro, KMU erhalten 35%

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 05:49 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Bundesregierung erhöht Forschungszulage auf 12 Millionen Euro, kürzt aber klassische Projektförderung. Strengere Prüfungen und Milliarden für Halbleiter.

Forschungsförderung: Mehr Zulagen, aber Kürzungen bei Projekten
Ein stilisiertes, leuchtendes Schaltbrett mit komplizierten Bahnen und Mikrochips, überlagert mit abstrakten Finanzgrafiken und digitalen Datenströmen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das zeigt ein Blick auf den aktuellen Haushaltsentwurf.

Seit Jahresbeginn liegt die maximale Bemessungsgrundlage für die Forschungszulage bei 12 Millionen Euro. Der Deckel war zuvor bereits von 4 auf 10 Millionen Euro gestiegen. Kleine und mittlere Unternehmen erhalten einen erhöhten Fördersatz von 35 Prozent.

Die Zulage fördert Personalkosten für Forschung und Entwicklung, Auftragsforschung im Europäischen Wirtschaftsraum sowie Abschreibungen auf bestimmte Wirtschaftsgüter. Ein neues Investitionssofortprogramm bietet zudem eine Gemeinkostenpauschale von 20 Prozent.

Kürzungen bei der Projektförderung

Ganz anders sieht es bei der direkten Projektförderung aus. Der Haushaltsentwurf 2027 sieht sinkende Mittel für mehrere Programme vor. Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) und das Programm für Innovationskompetenz (IGP) sollen von 558 auf 539 Millionen Euro fallen.

Auch die Industrielle Gemeinschaftsforschung und das Programm INNO-KOM sind von Kürzungen betroffen. Bereits am 7. Juli verhängte das ZIM einen Antragsstopp. Thomas Reiche von der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen kritisierte die Sparpläne scharf. Er fordert eine Milliarde Euro für die Programme.

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Strengere Prüfungen durch die Finanzverwaltung

Die Nachfrage nach der Forschungszulage ist enorm. Über 26.000 Unternehmen haben fast 64.000 Vorhaben bei der Bescheinigungsstelle eingereicht. Das bringt die Dokumentation in den Fokus der Betriebsprüfungen.

Die Finanzverwaltung prüft besonders die Abgrenzung zwischen echter Forschung und Routineentwicklung. Fehlen Stundenzettel, Lohnkonten oder Rechnungen, droht die vollständige Rückforderung. Die Festsetzungsfrist beträgt vier Jahre – bei Steuerhinterziehung sogar zehn Jahre. Für Nachzahlungen fallen monatlich 0,15 Prozent Verzugszinsen an.

Milliarden für Halbleiter und Rohstoffe

Parallel dazu setzt die Politik auf strategische Großprojekte. Die EU-Kommission genehmigte am 14. Juli deutsche Beihilfen von 659 Millionen Euro für vier Halbleiteranlagen. Die Standorte Baesweiler, Itzehoe, Weilburg und München produzieren unter anderem SiC-Epiwafer und Leistungs-MOSFETs.

Der im Dezember 2025 gestartete Deutschlandfonds zieht eine erste Bilanz. Er investiert bereits in Lithium- und Seltene-Erden-Projekte sowie in Venture-Capital-Fonds. Ziel ist es, mit 30 Milliarden Euro öffentlicher Mittel private Investitionen von bis zu 130 Milliarden Euro zu mobilisieren.

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Bundeskanzler Friedrich Merz betonte am 15. Juli die Bedeutung des Bürokratieabbaus. Das Entlastungspaket GeDIG soll der Wirtschaft jährlich rund 500 Millionen Euro sparen.

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