Ghana-Bergbaugesetz, Lizenzen

Ghana-Bergbaugesetz: Lizenzen von 30 auf 20 Jahre gekürzt

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 18:07 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Ghana verschärft sein Bergbaurecht mit kürzeren Lizenzlaufzeiten und stärkerer Einbindung lokaler Gemeinden. Die Reform reagiert auf Kritik an internationalen Konzernen wie Newmont.

Ghana reformiert Bergbaugesetz: Kürzere Lizenzen und mehr Bürgerbeteiligung
Ghana-Bergbaugesetz: Lizenzen von 30 auf 20 Jahre gekürzt Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Neufassung des Minerals and Mining Act zielt darauf ab, die staatliche Aufsicht zu verschärfen, Förderlizenzen zu verkürzen und die lokale Bevölkerung stärker an den Gewinnen zu beteiligen. Hintergrund ist wachsende Kritik von NGOs an den ökologischen und sozialen Folgen des industriellen Goldabbaus.

Kürzere Lizenzen für internationale Konzerne

Die Reform bringt deutliche Einschnitte für internationale Bergbauunternehmen. Die maximale Laufzeit von Bergbaulizenzen sinkt von 30 auf 20 Jahre, Explorationslizenzen sind künftig auf fünf Jahre begrenzt.

Bergbauminister Buah erläuterte die Neuausrichtung: Künftig müssen Unternehmen die Zustimmung lokaler Instanzen einholen. Die neu geschaffenen „District Mining Committees“ müssen schriftliche Empfehlungen aussprechen, bevor Lizenzen erteilt werden. Zudem werden sogenannte Community Development Agreements verpflichtend – sie stellen sicher, dass betroffene Gemeinden direkt von den Bergbauaktivitäten profitieren. Bereits in Kraft ist eine gestaffelte Lizenzgebühr, die sich an der Goldpreisentwicklung orientiert.

Newmont-Mine im Fokus der Kritik

Die Verschärfungen kommen zu einer Zeit intensiver Debatten über internationale Konzerne. Im Zentrum steht die Mine Ahafo North des US-Unternehmens Newmont, die im Oktober 2025 den Betrieb aufnahm. Mit einer geplanten Jahresproduktion von über 23 Tonnen Gold zählt sie zu den bedeutendsten Standorten des Landes.

NGOs erheben schwere Vorwürfe: Im Umfeld der Mine soll es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, Wasserverschmutzungen und Vertreibungen gekommen sein. Das Gold wird unter anderem von der Schweizer Raffinerie MKS Pamp bezogen – der Fall hat daher auch Auswirkungen auf die politische Debatte in Europa.

Schweizer Konzernverantwortung unter Druck

Die Vorfälle in Ghana verstärken den Druck auf die Schweizer Politik. Dort wurde eine neue Konzernverantwortungsinitiative eingereicht, die eine strikte Haftung für Unternehmen bei Menschenrechts- und Umweltverstößen in globalen Lieferketten fordert.

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Der Bundesrat lehnt die Initiative in ihrer jetzigen Form ab und hat einen Gegenvorschlag vorgelegt. Dieser sieht weniger weitreichende Sorgfaltspflichten vor, die sich auf Großkonzerne mit über 1,5 Milliarden Franken Umsatz und mehr als 5.000 Mitarbeitern konzentrieren. Die Debatte zeigt: Die Produktionsbedingungen in Rohstoffländern wie Ghana und die Compliance-Anforderungen in Abnehmerländern rücken regulatorisch immer enger zusammen.

Kleinbergbau – das zweite Standbein

Parallel zum industriellen Sektor boomt der kleingewerbliche Bergbau (ASM) in Ghana. Daten des nationalen Gold Boards (GoldBod) belegen: Allein in der ersten Jahreshälfte 2026 wurden zwischen 50 und 54 Tonnen Gold von Kleinbergbauern angekauft. Im Vorjahr trug der Sektor mit rund 3,11 Millionen Unzen etwa 52,4 Prozent zur nationalen Goldförderung bei – das entspricht Deviseneinnahmen von rund elf Milliarden US-Dollar.

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Um den Sektor zu formalisieren und ökologische Risiken zu reduzieren, setzt die Regierung auf Programme wie das „Responsible Cooperative Mining and Skills Development Programme“. Ziel ist die Ausbildung von Jugendlichen in umweltschonenden Abbautechniken. Ab Juli 2026 will GoldBod zudem den Ankauf auf 30 Prozent der Produktion aus dem industriellen Großbergbau ausweiten – um die staatlichen Goldreserven weiter zu stärken.

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