GoBD-Reform: Aufbewahrungsfrist für Belege auf 8 Jahre gekürzt
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 07:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Eine Studie von SAP und Oxford Economics zeigt: Betriebe geben 2026 durchschnittlich 35 Millionen Euro für KI-Lösungen aus. Der Return on Investment kletterte von 17 auf 24 Prozent.
Agentische KI verspricht hohe Renditen
Der Trend geht weg von einfachen Automatisierungstools. Stattdessen setzen Firmen auf autonome KI-Agenten. Laut der Studie erwarten Unternehmen von dieser Technologie innerhalb von zwei Jahren einen ROI von rund 18 Millionen Euro.
Rund 90 Prozent der Befragten sehen hohes Potenzial in den Systemen. Doch nur 4 Prozent der Unternehmen sind vollständig auf den Einsatz vorbereitet. Die Studie zeigt zudem erhebliche Lücken in der KI-Governance: 57 Prozent der Firmen verzichten auf das „Human-in-the-Loop“-Prinzip. Fehlende Berechtigungsverzeichnisse bei 30 Prozent der Betriebe und eine verbreitete Nutzung von „Schatten-KI“ (71 Prozent) schaffen regulatorische Risiken.
ERP-Integration und Continuous Closing
Softwareanbieter reagieren auf den Bedarf. Proalpha stellte Mitte Juli eine neue Generation von KI-Agenten vor, die Prozesse zwischen ERP, CRM und Wissensmanagement vernetzen. mesonic integriert mit WinLine AIDA verschiedene Sprachmodelle wie ChatGPT, Gemini oder Claude direkt in die Buchhaltung – für Aufgaben wie automatische Kontierung, Mahnwesen oder KPI-Auswertung.
Ein zentraler Trend: das „Continuous Closing“. KI-Agenten ermöglichen eine Echtzeit-Konsolidierung und automatisiertes Drei-Wege-Matching von Bestellungen, Wareneingängen und Rechnungen. Ziel ist es, den Stress am Monatsende durch kontinuierliche Belegprüfung zu ersetzen. Marktforscher prognostizieren: Der globale Markt für KI-gestützte ERP-Lösungen wächst von 5,8 Milliarden Euro (2025) auf rund 58 Milliarden Euro bis 2035.
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Internationale Erfolge in der Rechnungsprüfung
Die Automatisierung der Dokumentenverarbeitung ist bereits Realität. Über 60 Prozent der Großunternehmen nutzen automatisierte Workflows. In Japan senkten Regionalbanken den Zeitaufwand in der Rechnungsbearbeitung um bis zu 60 Prozent – durch Plattformen wie TetraBRiDGE oder Bill One.
Die Gruppe ADK Holdings spart jährlich 10.000 Arbeitsstunden durch KI-gestützte Texterkennung. Anbieter wie Built Technologies erreichen bei over 250 Dokumenttypen eine Genauigkeit von mindestens 95 Prozent.
Steuerfahndung setzt auf KI
Auch die öffentliche Hand nutzt fortschrittliche Algorithmen. Hessische Finanzämter arbeiten seit Dezember 2025 mit den KI-Tools „Maxi“ und „Kibus“. Kibus analysiert riesige Datenmengen – das Volumen von sieben Containern Papierbelege wird in kürzester Zeit digital ausgewertet. Das System erkennt komplexe Zusammenhänge und unterstützt die Steuerfahndung. 2025 sicherten die Behörden durch diese Hilfe vorläufige Mehrsteuern von 810 Millionen Euro und verhängten Geldsanktionen von 9 Millionen Euro. Die Technologie soll über den Verbund KONSENS auch anderen Bundesländern zur Verfügung stehen.
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Neue GoBD-Regeln: Kürzere Fristen, strengere Formate
Unternehmen müssen zudem neue Vorgaben der GoBD beachten. Das Bürokratieentlastungsgesetz IV verkürzte die Aufbewahrungsfrist für Buchungsbelege von zehn auf acht Jahre. Fachjuristen warnen jedoch: Rechnungen können weiterhin einer zehnjährigen Frist unterliegen. Besonders bei E-Rechnungen ist die Archivierung im Originalformat (XRechnung oder ZUGFeRD) Pflicht – sonst droht der Verlust des Vorsteuerabzugs. Cloud-Lösungen müssen jederzeit einen maschinell auswertbaren Datenexport gewährleisten.
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