Heizungsgesetz, Bundesrat

Heizungsgesetz: Bundesrat lehnt Abschaffung der 65%-Pflicht ab

08.06.2026 - 19:54:59 | boerse-global.de

BundeslÀnder blockieren zentrale Punkte des GModG. Streit um Heizungspflicht und Klimaziele spitzt sich zu.

GebÀudemodernisierungsgesetz: LÀnder lehnen Reiches PlÀne ab
Heizungsgesetz - Ein stilisiertes Dokument mit der Aufschrift 'GModG' und einem roten 'X', das Widerstand gegen das neue Heizungsgesetz symbolisiert. 08.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Der Widerstand gegen das geplante GebÀudemodernisierungsgesetz (GModG) von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) eskaliert. Der Umweltausschuss des Bundesrates hat den Entwurf in zentralen Punkten abgelehnt. Damit steuern Bund und LÀnder auf einen handfesten Konflikt zu.

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LĂ€nder fordern Beibehaltung strengerer Regeln

Der Ausschuss folgte am heutigen Montag AntrĂ€gen aus Niedersachsen. Die LĂ€nder wehren sich gegen die geplante Abschaffung der 65-Prozent-Pflicht fĂŒr erneuerbare Energien bei Neubauten. Auch das Verbot fossiler Heizungen ab 2045 soll nach ihrem Willen bestehen bleiben – Reiche will es kippen.

ZusĂ€tzlich verlangen die BundeslĂ€nder eine LĂ€nderöffnungsklausel. Sie sollen eigene, strengere Regeln fĂŒr die WĂ€rmewende festlegen können. Die erste Lesung im Bundestag ist fĂŒr Donnerstag terminiert, die Plenarsitzung des Bundesrates fĂŒr Freitag.

Zweifel an Daten und VerfassungskonformitÀt

Doch nicht nur die LĂ€nder machen Druck. Nach Informationen der Funke Mediengruppe liegen der Regierung keine belastbaren Zahlen vor – weder zu den erwarteten CO2-Einsparungen noch zu den Kosten fĂŒr BĂŒrger oder zur EU-Recht-KonformitĂ€t.

Der GrĂŒnen-Politiker Kassem Taher Saleh sieht sogar einen Verfassungsverstoß: Das Gesetz verletze das Verschlechterungsverbot im Klimaschutz. Auch in der Koalition von Kanzler Friedrich Merz (CDU) wĂ€chst der Unmut. Kritiker sehen das Vorhaben als Sinnbild einer verfehlten Energiepolitik.

FachverbÀnde warnen vor Fehlanreizen

Der Bundesverband effiziente nachhaltige GebĂ€ude (BenG) schlĂ€gt Alarm. Durch eine geĂ€nderte Bewertungssystematik könnte eine schlechtere DĂ€mmung rechnerisch attraktiver werden. Hochwertige DĂ€mmstoffe wĂŒrden durch die ab 2030 geplante Lebenszyklusanalyse benachteiligt. Der Verband fordert eine unabhĂ€ngige WirkungsfolgenabschĂ€tzung und ambitioniertere Mindeststandards.

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Stahlindustrie droht mit Protesten

Die Debatte ums Heizungsgesetz ist Teil einer grĂ¶ĂŸeren industriepolitischen Verunsicherung. Reiche stellte zuletzt die EU-Klimaziele fĂŒr 2050 infrage und forderte mehr heimische Gasförderung. Die saarlĂ€ndische MinisterprĂ€sidentin Anke Rehlinger warnt vor einem Vertrauensverlust in der Stahlbranche. FĂŒr Freitag sind Demonstrationen in Berlin und Völklingen angekĂŒndigt – es geht um den milliardenschweren Umbau zu grĂŒnem Stahl und verlĂ€ssliche Rahmenbedingungen.

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