Herzstation, Grad

Herzstation 38,2 Grad: Krankenhäuser rufen Katastrophenschutz

28.06.2026 - 02:51:12 | boerse-global.de

Der Marburger Bund verlangt massive Investitionen in Kühltechnik, da nur jedes dritte Krankenhaus klimatisierte Zimmer hat.

Hitzewelle: Deutsche Kliniken fordern Millionen für Klimaanlagen
Herzstation - Ein modernes Krankenhauszimmer mit einem Patientenbett und medizinischer Ausrüstung. Ein Thermometer zeigt hohe Temperaturen an. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Am heutigen Samstag forderte der Ärzteverband Marburger Bund massive Investitionen in die Klimatisierung. Erste Kliniken haben bereits den Katastrophenschutz angefordert.

Nur jedes dritte Krankenhaus hat klimatisierte Zimmer

Nach Angaben des Marburger Bundes ist die stationäre Versorgung unzureichend auf extreme Hitzeperioden vorbereitet. Vorsitzende Susanne Johna kritisierte am Freitag: Lediglich ein Drittel der Krankenhäuser verfügt über klimatisierte Patientenzimmer.

Besonders problematisch: Selbst bei Neubauten fehlt oft eine konsequente Außenbeschattung. Johna betonte, dass die Bundesländer ihren Investitionsverpflichtungen nicht nachkämen. Ohne moderne Kühlkonzepte steige das Risiko für Patienten mit Vorerkrankungen erheblich.

Der Rückstand gegenüber Ländern wie Frankreich ist enorm. Dort existieren verbindliche Hitzeschutz-Vorgaben für medizinische Einrichtungen. Eine Intensivmedizinerin ordnete die hiesige Entwicklung als etwa zehn Jahre hinter dem französischen Standard ein.

38,2 Grad auf der Herzstation

Die konkreten Auswirkungen zeigen sich im Klinikalltag. In der Universitätsklinik Düsseldorf maßen Ärzte am Freitag auf einer Herzstation 38,2 Grad Celsius. Patienten auf der Südseite des Gebäudes sind ohne Klimatisierung einer extremen Belastung ausgesetzt.

Das Klinikum hat zwar einen Hitzeschutzplan aufgelegt. Doch die baulichen Gegebenheiten setzen der Kühlung enge Grenzen.

Ähnlich dramatisch ist die Lage an der Uniklinik Freiburg. Der Standort verzeichnete am Freitag den achten Hitzetag in Folge. Da viele Bereiche nicht klimatisiert sind, hängte das Personal Fenster mit Tüchern zu. Für besonders betroffene „rote Zonen" wurden Evakuierungspläne vorbereitet.

Das Marienhospital Bonn meldete über 28 Grad in der Keller-Notaufnahme. Das Personal leidet zusätzlich unter der vorgeschriebenen Berufskleidung.

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Katastrophenschutz rückt in Kliniken ein

Die Kombination aus hohen Temperaturen und massiv steigenden Notfällen überlastet regionale Kapazitäten. Das Helios Klinikum Siegburg rief am Samstag den Katastrophenschutz zur Hilfe. Sanitäter des Malteser Hilfsdienstes unterstützen die Notaufnahme – das bereits aufgestockte Stammpersonal konnte die Versorgung nicht mehr allein stemmen.

Auch Kliniken in Troisdorf und Eitorf erhielten entsprechende Unterstützung.

Einige Häuser experimentieren mit neuen Methoden zur Entlastung. Eine Berliner Klinik setzt auf spezielle Kühl-Shirts für das Pflegepersonal. Bei Stationstemperaturen von bis zu 40 Grad wird so die Arbeit zumindest erträglicher.

Hitzebedingte Notfälle steigen rasant

Notaufnahmen in ganz Deutschland melden ein deutlich erhöhtes Patientenaufkommen – von Hamburg über Hessen bis Rheinland-Pfalz. Behandelt werden vor allem Dehydrierung, Hitzschläge und Kreislaufprobleme.

Betroffen sind laut Berichten aus Gießen, Marburg und Frankfurt neben Senioren und Pflegebedürftigen zunehmend auch jüngere Menschen und Obdachlose.

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Die medizinische Relevanz von Hitzeschutzmaßnahmen wird durch statistische Daten untermauert. Während 2018 schätzungsweise 7.000 Menschen hitzebedingt starben, waren es 2025 bei elf Hitzetagen rund 2.500 Todesfälle.

Für das laufende Wochenende rechnen Meteorologen mit Temperaturen von bis zu 40 Grad. Die Lage in den Krankenhäusern dürfte sich weiter zuspitzen.

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