Hitze im Büro: Ab 35 Grad gelten Räume als ungeeignet
24.06.2026 - 16:31:26 | boerse-global.de
Die Hitzewelle stellt Arbeitgeber und Pflegeeinrichtungen vor massive Herausforderungen.
Rechte und Pflichten im Büro
Ein grundsätzliches Recht auf hitzefreie Tage gibt es nicht. Wer eigenmächtig zu Hause bleibt, riskiert eine Abmahnung. Die technischen Regeln für Arbeitsstätten legen aber klare Schwellen fest:
Anzeige: Wer bei Temperaturen über 35 Grad rechtssicher handeln will, findet in diesem Leitfaden die konkrete Checkliste für Arbeitgeber – von ersten Maßnahmen ab 26 Grad bis zur Muster-Anweisung für hitzefrei. Jetzt kostenlosen Hitzeschutz-Leitfaden anfordern
Ab 26 Grad Raumtemperatur sollen Arbeitgeber erste Maßnahmen ergreifen. Bei über 30 Grad sind Schutzvorkehrungen wie Trinkwasser, Jalousien oder Ventilatoren zwingend vorgeschrieben. Überschreitet die Temperatur 35 Grad, gelten Räume ohne spezifische Schutzmaßnahmen als ungeeignet für die Arbeit. In solchen Fällen helfen oft Arbeitszeitverlegungen oder Homeoffice.
Pflegeheime in der Krise
Besonders dramatisch ist die Lage in der Pflegebranche. Klimaanlagen sind in Heimen kaum vorhanden, wie Hausarzt Dirk Kölblin betont. Die Caritas forderte am 24. Juni ein staatliches Hitzeschutz-Programm zur Sanierung von rund 100.000 Gebäuden. Hitze gilt als das größte klimawandelbedingte Gesundheitsrisiko in Deutschland.
Einrichtungen in Köln oder Würzburg helfen sich mit manuellen Methoden: Trinkprotokolle, wasserreiche Kost, kühle Fußbäder und Waschlappen. In Köln nutzen rund 3.600 Menschen ein städtisches Hitzetelefon. Die Finanzierung von Klimatisierungen bleibt aber schwierig – oft sind nur Gemeinschaftsräume nachrüstbar.
Boom bei Klimaanlagen
Die Nachfrage nach Kühlung steigt rasant. 2024 besaßen bereits 19 Prozent der Deutschen eine Klimaanlage – ein Plus von sechs Prozentpunkten. Die Produktion stieg von 2019 bis 2024 um 75 Prozent auf rund 317.000 Geräte. Fachbetriebe sind ausgelastet, in Baumärkten sind mobile Geräte teilweise vergriffen. Fest installierte Split-Geräte kosten zwischen 2.000 und 4.500 Euro.
Anzeige: Pflegeheime ohne Klimaanlage stehen vor einer Krise – doch auch ohne Technik lässt sich die gefühlte Temperatur um bis zu drei Grad senken. Dieser Report zeigt, wie Sie mit einfachen Mitteln Hitzeschutz umsetzen. Hitzeschutz-Report jetzt sichern
Kühlung ohne Technik: Was die Forschung empfiehlt
Eine Studie der Hochschule Luzern zeigt: Die gefühlte Temperatur lässt sich auch ohne Klimaanlage um ein bis drei Grad senken. Die Tricks: Düfte wie Menthol oder Minze aktivieren Kälterezeptoren. Glatte Bettwäsche aus Baumwoll-Satin hilft, ebenso kühlende Sounds wie Wasserrauschen. Räume in Blau- oder Türkistönen wirken optisch erfrischend.
Doch die Belastung bleibt hoch. Eine Umfrage vom Mai 2026 ergab: Ein Drittel der über 60-Jährigen empfindet die Temperaturen in der eigenen Wohnung als unerträglich. Die Folge sind verminderte Leistungsfähigkeit, Schlafstörungen und Gesundheitsrisiken. Verbände fordern daher eine großangelegte Sanierungsoffensive für den Gebäudebestand.
