Hohlkreuz, Trainingseinheiten

Hohlkreuz: Drei kurze Trainingseinheiten pro Woche sollen die Haltung verbessern

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 15:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Gezielte Rumpf- und Gesäßübungen, Dehnungen sowie Balancearbeit sollen Fehlhaltungen entgegenwirken und den unteren Rücken entlasten.

Hohlkreuz korrigieren: Krafttraining, Dehnung und Yoga im Überblick
Ein minimalistischer, lichtdurchfluteter Übungsraum mit einer Yogamatte auf einem Holzboden. Illustration mit AI erstellt.

Langes Sitzen im Berufsalltag und einseitige Bewegungsmuster belasten den Haltungsapparat erheblich. Mehrere Fachratgeber erläutern aktuelle Ansätze aus dem Yoga und dem funktionellen Krafttraining, die gezielt muskulären Dysbalancen entgegenwirken und Fehlhaltungen wie ein ausgeprägtes Hohlkreuz korrigieren sollen.

Ursachen und typische Symptome der Fehlhaltung

Ein Hohlkreuz, in der medizinischen Fachsprache als Lendenlordose oder Hyperlordose bezeichnet, entsteht primär durch eine vordere Beckenneigung. Bei diesem Haltungsmuster kippt das Becken nach vorne, wodurch sich der untere Rücken übermäßig stark nach innen wölbt und die Bauchpartie sichtbar vortritt.

Als Hauptursachen gelten verkürzte Hüftbeuger wie der Psoas und der Iliacus, die vor allem durch langes Sitzen begünstigt werden. Gleichzeitig liegt häufig eine Schwäche der Rumpf- sowie der Gesäßmuskulatur vor, insbesondere des Gluteus maximus. Verstärkt wird dieser Zustand durch ungünstige Angewohnheiten wie das regelmäßige Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen oder falsches Heben von Lasten.

Zu den typischen Beschwerden zählen dumpfe Schmerzen im Lendenbereich sowie Steifigkeit am Morgen. Ein einfacher Wandtest dient als Indikator: Passt bei aufrechtem Stand an einer Wand eine ganze Hand hinter die Lendenwirbelsäule, deutet dies auf eine übermäßige Krümmung hin.

Gezielte Stärkung der Rumpf- und Gesäßmuskulatur

Für eine anatomisch neutrale Haltung ist eine funktionierende Rumpfstabilität unerlässlich. Der Rumpf fungiert als Steuerzentrale des Körpers, stabilisiert Wirbelsäule sowie Becken und leitet mechanische Kräfte weiter.

Warnzeichen für eine unzureichende Stabilität sind unter anderem ein instabiler Einbeinstand, rasche Ermüdung im Stehen sowie Schmerzen im unteren Rückenbereich. Klassische Übungen wie Sit-ups oder Crunches reichen nach fachlicher Einschätzung nicht aus, um die tiefe Stabilität aufzubauen.

Empfohlen werden stattdessen Übungen wie Varianten des Unterarmstützes, der sogenannte Tote Käfer, diagonales Strecken im Vierfüßlerstand, die Pallof Press sowie Hüftbeugen.

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Ein effektives Training umfasst drei kurze Einheiten pro Woche mit einer Dauer von 10 bis 15 Minuten. Dabei sollten 20 bis 40 Sekunden Haltearbeit sowie 6 bis 10 kontrollierte Wiederholungen eingehalten werden. Erste spürbare Verbesserungen stellen sich in der Regel nach vier bis sechs Wochen ein.

Zur Entlastung des unteren Rückens wird zudem ein gezielter Fokus auf die Gesäßmuskulatur gelegt:
* Unterarmstütz mit einer Haltedauer von 20 bis 30 Sekunden bei zwei bis drei Wiederholungen
* Diagonales Strecken im Vierfüßlerstand mit 10 bis 12 Wiederholungen pro Seite
* Beckenheben in zwei bis drei Sätzen mit jeweils 15 bis 20 Wiederholungen

Dehnung und Yoga-Positionen zur Druckentlastung

Neben dem Muskelaufbau ist das Dehnen verkürzter Strukturen ein wesentlicher Bestandteil der Korrektur. Neben dem knienden Ausfallschritt und Dehnungen an einer Couch bieten bestimmte Yoga-Haltungen effektive Entlastung.

Die Position des halben Spagats (Ardha Hanumanasana) fördert die Flexibilität der Oberschenkelrückseite, steigert die Beweglichkeit der Hüfte und sorgt für eine Dekompression des unteren Rückens.

Nach einer Erwärmung durch Ausfallschritte oder den herabschauenden Hund wird das vordere Bein mit einer leichten Mikrobeugung im Knie gestreckt und die Position bei gerader Wirbelsäule 30 bis 60 Sekunden statisch gehalten.

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Eine weitere entlastende Haltung ist die sogenannte Stoffpuppen-Pose. Bei dieser sanften Vorwärtsbeuge steht man hüftbreit mit weichen Knien und lässt den Oberkörper bei ruhiger Atmung für 30 bis 90 Sekunden aushängen, was die Wirbelsäule entlastet und die Oberschenkelrückseite dehnt.

Tiefenmuskulatur und Balance

Für die dauerhafte Stabilisierung ist die tiefe, autochthone Rückenmuskulatur zuständig, welche die Wirbelsäule direkt stützt. Wie die Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V. laut einem Bericht vom 15. September 2018 darlegte, eignen sich Balanceübungen besonders gut, um diese tiefen Schichten zu trainieren.

Empfohlen werden Übungsgeräte wie Schwingstäbe, mit Wasser gefüllte Kunststoffröhren, luftgefüllte Balancekissen sowie Balancehaltungen aus dem Yoga und Pilates, darunter Positionen auf einem Bein.

Experten raten bei allen Trainingsformen zu langsamen, kontrollierten Bewegungsabläufen und einer neutralen Wirbelsäule. Bei akuten Schmerzzuständen sollte vor Trainingsbeginn stets eine ärztliche oder physiotherapeutische Abklärung erfolgen.

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